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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 2 (1874) Kriege der II. Hälfte des XVII. und I. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts : 1648 - 1740
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72 II- Die Kriege am Ende des 17. und ain Anfange des 18. Jahrhunderts.

Lys und Scheide, zog sich dann zurück und zerstückelte seine Kräfte.Nachdem er bald darauf erfahren hatte, dass der Fürst von Waldeck end-lich zur Festung Dinant marschirt sei, vereinigte er sich mit Bouffiers undging mit 40,000 Mann auch dorthin. BeiFleurus stiess er auf 25,000 Mannverbündeter Truppen und griff sie mit seiner Hauptmacht in der Frontean; die ganze Reiterei seines rechten Flügels und einen Theil der Infan-terie entsandte er aber, den linken Flügel des Feindes zu umgehen. Dererste Angriff der Franzosen in der Fronte wurde zurückgeschlagen; derzweite jedoch, der gleichzeitig mit dem Flankenangriffe stattfand,brachte ihnen einen vollständigen Sieg. Die holländische Armee verlorgegen 6000 Mann an Todten und 1000 Mann an Verwundeten, der übrigeTheil aber wurde zerstreut. Wie entscheidend auch dieser Sieg war,so hatte er dennoch keine wichtigen Folgen. Der Weg nach Brüsselwar frei, aber Luxembourg verstand es nicht, oder durfte ohne Wissenund Willen Louvois' dieses nicht benutzen, und zog sich, nachdem ersechs Tage auf dem Schlachtfelde zugebracht, hinter den Fluss Sambrezurück. Inzwischen hatte sich der Fürst von Waldeck unbehindert nachBrüssel zurückgezogen und mit dem Kurfürsten von Brandenburg ver-einigt. Wie gross auch die Abhängigkeit Luxembourg's von Louvoissein mochte, so hätte er doch jeden Falls ihre Vereinigung verhindernund sogar sie einzeln schlagen müssen. Der übrige Theil des Feldzugesverlief in Unthätigkeit und unnützen Hin- und Hermärschen.

§.33.Der Feldzug des Jahres 1691.Im Jahre 1691 war die Stärke der französischen Armee auf 120,000Mann Truppen gebracht. Ludwig XIV. belagerte und eroberte persön-lich die Festung Bergen (Mons) und begab sich dann nach Paris, nach-dem er Luxembourg die weiteren Operationen mit der Weisung über-lassen hatte, nur dann den Kampf aufzunehmen, wenn der Sieg als un-zweifelhaft angesehen werden könne, und im Kampfe hauptsächlich dieReiterei zu benutzen. Diese Bedingung allein war daher ausreichend,um den Feldzug auf unbedeutende Operationen zu beschränken, umso mehr, da keine Partei ein bestimmtes Ziel hatte. Bald nach der Ent-fernung Ludwig's XIV. aus der Armee, erhielt Luxembourg den Befehl,Lüttich zu bombardiren und einzuäschern, nicht weil diese Stadt durchirgend Etwas wichtig oder gefährlich war, sondern einzig um den Bischofvon Lüttich für seinen Abfall vom Bunde mit Frankreich zu bestrafen.Luxembourg marschirte gegen Brüssel, um die Verbündeten von Lüttichdorthin abzuziehen, und als dieses erreicht war, rückte Bouffiers nachLüttich vor, äscherte dasselbe ein und ging dann zurück. Darauf mar-schirte der Prinz von Oranien mit seiner ganzen Heeresmacht gegen