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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 2 (1874) Kriege der II. Hälfte des XVII. und I. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts : 1648 - 1740
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3. Die bomerkenswcrthesten Kriege und Feldzttge. 7 I

flüssig- hier zu prüfen, welche Regeln hinsichtlich der Kriegführung derfranzösische Kriegsminister zur Richtschnur nahm. Seine Hauptregeln,beständig und unabänderlich, waren folgende: 1) Er hielt es für nöthig,im Feindeslande, wo Krieg geführt wurde, durch Einnahme möglichstvieler starker oder durch Kunst befestigter Positionen, besondersFestungen, sich festzusetzen. 2) Dies führte natürlicher Weise zurZersplitterung der Streitkräfte, zur Belagerung und Eroberung einergrossen Anzahl von Festungen und zur Führung des kleinen Krieges.3) Der Marsch sogar unbedeutender feindlicher Kräfte zum Kriegsschau-platze erweckte in Louvois Befürchtungen, Zaghaftigkeit, Zweifel;indeih er dem Feinde wichtige Pläne zuschrieb, bot er alle Kräfte aufund machte bedeutende Ausgaben, um dieselben zu erforschen, und be-fahl in solchen Fällen gewöhnlich den französischen Generälen, sich aufDefensiv-Operationen zu beschränken. 4) Er erachtete es für ausser-ordentlich vortheilhaft, dem Gegner die Möglichkeit zu nehmen, seineTruppen mit den Mitteln des Landes zu unterhalten und folglich auchin demselben Krieg zu führen, weshalb er oft ganze Districte zu ver-wüsten befahl oder eine ganze Reihe von Bewegungen und Operationenersann, die alle darauf hinausgingen, dem Gegner die Mittel zur Ver-proviantirung zu nehmen. Alles dies, was zur Entwicklung, Ver-stärkung und Einwurzelung des Methodismus in der Art der Krieg-führung diente, entfernte gänzlich den Krieg selbst von dem wirklichenSinn und der Bestimmung desselben.

§.32.

Operationen Luxembourg's in den Niederlanden. Feldzug des

Jahres 1690.

Im Anfange des Jahres 1690 waren die spanischen Niederlandevon 18,000 Mann spanischer Truppen unter dem Befehl des GeneralsCastanaga besetzt. Zwischen der Dender und der Maas stand der Fürstvon Waldeck mit 30,000 Mann verbündeter Truppen. Die Streitkräfte derfranzösischen Armee beliefen sich auf 100,000 Mann; aber trotz solcherUeberlcgenheit war Luxembourg befohlen defensiv zu operiren, wahr-scheinlich weil Louvois durch die bevorstehende Ankunft von 11,000Mann brandenburgischer Truppen in Besorgniss gcrathen war. Diefranzösische Armee war in drei Theile getheilt unter dem Befehle derMarschälle: Bouffiers auf dem rechten Flügel an der Maas, Humieres aufdem linken Flügel, zwischen den Flüssen Lys und Scheide, und Luxem-bourg selbst im Centrum zwischen beiden Flanken, von welcheneine (die linke) im Laufe des Feldzuges in Unthätigkeit in den be-festigten Linien hinter dem Flusse Lys verblieb. Als Luxembourg inErfahrung gebracht hatte, dass die Verbündeten noch nicht so bald dieFeindseligkeiten eröffnen würden, verwüstete er die Gegend zwischen