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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 2 (1874) Kriege der II. Hälfte des XVII. und I. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts : 1648 - 1740
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70 II. Die Kriege am Ende des 17. und am Anfange des 18. Jahrhunderts.

durch die Franzosen (1697). In Irland hingegen schlug Wilhelm III. inder entscheidenden Schlacht am Flusse Boyne die Truppen Jakob's II.und machte dadurch allen Versuchen der Franzosen zu Gunsten derStuarts ein Ende. Endlich erfocht auf dem Meere Tourville am Anfangedes Jahres 1690 einen Sieg über die englische Flotte bei Dieppe, aberim Jahre 1692 wurde die französische Flotte in der Schlacht beim CapLa Hogue von den Engländern ganz vernichtet, in Folge dessen Englandein entschiedenes Uebergewicht auf dem Meere erlangte und sogar denKrieg bis in die französischen Colonien beider Indien verlegte. Demungeachtet zwang die Entkräftung beider Parteien und die wichtigeFinge über die Erbfolge des spanischen Thrones, dessen Erledigung mitdem Tode des kinderlosen und kränklichen Karl II. bevorstand, die StaatenWest-Europas, den allgemeinen Frieden inßyswijk zu schliessen (1697).Ludwig XIV. gab, mit Ausnahme von Elsass und Strassburg, alle vonihm in den Niederlanden, am Rhein und in Spanien eroberten Gebietezurück und erkannte Wilhelm III. als König von England an.

Auf diese Weise war der Zweck des Krieges erreicht, nicht vonLudwig XIV. , sondern von dem wider ihn gebildeten Bunde : die MachtFrankreichs war geschwächt und das politische Gleichgewicht Europassieher gestellt.

In diesem ganzen Kriege sind am bemerkenswerthesten die Opera-tionen Luxembourg's in den Niederlanden und die des Marschalls Catiuatin Italien.

§. 31.Ueber die Operationen Luxembourg's überhaupt, den Einfiuss Louvois'auf dieselben und die Art und "Weise der Kriegführung des Letzteren.

Die Prüfung der Feldzüge des Marschall-Herzogs von Luxembourgin den Niederlanden kann schon einen Begriff geben, welchen Grad znjener Zeit der Methodismus, die Langsamkeit und Unentschlossenheitin der Art und Weise der Kriegführung erreichten. Luxembourg kannman militärische Begabung nicht absprechen; aber er Hess sich inseinen Operationen einerseits von den in damaliger Zeit allgemeinenBegriffen und Regeln, anderseits von den Instructionen Louvois', von demer ganz abhängig war', leiten. Dessen ungeachtet hat Luxembourg inden Niederlanden die französischen Waffen mit Ruhm bedeckt, und wenner auch über den Prinzen von Oranien kein entschiedenes Uebergewichterlangte, so erhielt er doch ihm gegenüber stets das Gleichgewicht, wenn-gleich ohne jegliche wichtigen Folgen.

Da nun bei den Feldzügen Luxembourg's iu den Niederlanden esbedeutend weniger auf ihn selbst, als auf Louvois ankam, da er nur derVollstrecker der Combinationen des Letztern war, so ist es nicht über-