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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 2 (1874) Kriege der II. Hälfte des XVII. und I. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts : 1648 - 1740
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68 II. Die Kriege am Ende des 17. und am Anfange des 18. Jahrhunderts.

tragung aller möglichen Beschwerden, Entbehrungen und Gefahren auf-zumuntern.

Einige fehlerhafte Anordnungen oder unbegreifliche Sonderbarkeiten,die in seinen Operationen zu erkennen sind, und von denen oben ge-sprochen worden, schmälern nicht den Werth seiner Operationen, son-dern verschwinden ganz vor der Kunst derselben im Allgemeinen.

Um über seine Operationen unparteiisch urtheilen und ihren Werthim ganzen Umfange abschätzen zu können, ist bei Prüfung derselbennöthig, die Umstände in Erwägung zu ziehen, unter denen er sich be-fand , und die fast immer für ihn ungünstig waren. In dieser Hinsichtwurden seine Handlungen besonders durch seine äusserste Abhängigkeitvon Ludwig XIV. und Louvois gehemmt. Letzterer, stark durch dasihm vom Könige geschenkte Vertrauen und durch die grosse Macht, dieer ebenso unbegrenzt auf die Leitung der Kriege Frankreichs, als auf dieMilitärverwaltung des Reiches ausdehnte, sah nicht ohne innern Neidauf die unbestreitbaren Verdienste Turenne's, auf seine Erfolge, seinenRuhm und die persönliche Achtung, die ihm Ludwig XIV. zollte. DieFolge davon war, dass er Turenne niemals bedeutende Armeen anver-traute, ihm aber auftrug, wichtige und schwierige Ziele mit unbe-deutenden und dazu nicht ausreichenden Kräften zu erlangen, ihn aufalle mögliche Weise hemmte und ihn dabei durch umständliche, bestimmteVerhaltungsregeln u. dgl. m. Zwang auferlegte. Einige Male warTurenne gezwungen, direct vom Könige Erlaubniss einzuholen, um seinePläne durchführen zu können; in einzelnen Fällen sogar entschloss ersich, auf eigene Verantwortung hin Operationen vorzunehmen, welcheden ihm gegebenen Verhaltungsregeln zuwider liefen; endlich war erwider Willen sehr oft genöthigt, sich nach den in damaliger Zeit allge-meinen Meinungen, Begriffen und Regeln zu richten, um so mehr, daLudwig XIV. dieselben theilte.

Wenn man nun erwägt, welche Erfolge Turenne trotz alledem überseine Gegner errungen, so muss er, aller Gerechtigkeit nach, als ge-schicktester Feldherr seiner Zeit und als einer der hemerkenswerthestenFeldherren aller Zeiten und Völker anerkannt werden.

III.Der dritte niederländische Krieg (16881697).

§.30.Allgemeiner Gang des dritten niederländischen Krieges.

Nachdem Ludwig XIV. den zweiten niederländischen Krieg mit West-Europa so ruhmvoll und vortheilhaft für Frankreich beendet hatte, stand