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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 2 (1874) Kriege der II. Hälfte des XVII. und I. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts : 1648 - 1740
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60 II. Die Kriege am Ende des 17. und am Anfange des 18. Jahrhunderts.

den Verbündeten 4000 Mann an Gefangenen kostete. Derart war dermoralische Eindruck, denTurenne's rasche und entschlossene Operationenauf die Verbündeten machten.

Um den Verbündeten die Mittel zu nehmen, ihre Heere in der Unter-pfalz zu unterhalten und von hier aus etwas gegen das Elsass zu unterneh-men, erhielt Turenne den Befehl, dieselbe zu verwüsten, was er, so grau-sam es war, pünktlich erfüllte. Von Grund aus verwüstete er den zwischendem Neckar und Main gelegenen Theil der Unterpfalz, worauf er, als ererfuhr, dass die Verbündeten von Norden her, von den Niederlanden undder Maas aus, das Elsass bedrohten, sogleich auf das linkeRkeinufer zurück-kehrte und, ungeachtet er kaum 20,000 Mann hatte, Stellung hinter demBridbach nahm, in einer festen Position zwischen den Vogesen und demRhein und den Dörfern Winden und Hergersweiler.

Das verbündete Heer, das unterdessen auf 35,000 Mann angewach-sen war, überschritt bei Mainz den Rhein und rückte langsam gegenSpcier vor. Zwischen den verbündeten Generälen herrschte nicht diegeringste Einigkeit, jeder von ihnen schlug seine Operationspläne vor.Dieser Umstand, dann die durch die Oertlichkeit feste Stellung Turenne's,in der ihn anzugreifen die Verbündeten nicht wagten, wodurch sie zu-gleich ihren Flügel der von den Franzosen besetzten Festung Philipps-burg hätten biosstellen müssen, sowie der Mangel an Proviant und derWunsch, ehe sie das Elsass betraten, sich mit dem Heere des Kurfürstenvon Brandenburg zu vereinigen, waren die Ursachen, dass die Verbün-deten , nachdem sie langsam bis Speier vorgerückt, ihren Marsch nichtweiter fortsetzten, sondern über die bei Speier geschlagene Brücke überden Rhein setzten, auf dessen rechtem Ufer sie sich nach Strassburg be-gaben. Turenne folgte ihnen; doch die Bewohner dieser freien Reichs-stadt, die ungeachtet der Neutralität sich mehr zu den Verbündeten alszu den Franzosen neigten, nahmen die ersteren bei sich auf, ihnen dieBrücke überlassend, die sie den letzteren verweigerten. Hierauf nahmTurenne seine Stellung Strassburg gegenüber, hinter dem FlüsschenSüffel, während die Verbündeten, ohne die Vereinigung mit dem Heeredes Kurfürsten von Brandenburg abzuwarten, über den Rhein gegenStrassburg rückten und hinter der Breusch eine Defensiv-Stellungnahmen.

Louvois, der Turenne beschuldigte, dem Einmärsche der Verbünde-ten ins Elsass sich nicht widersetzt zu haben, verlangte, dass er sichnach Lothringen zurückzöge; Turenne aber, der sich vor Ludwig XIV.gerechtfertigt hatte, erbat sich die Erlaubniss, nach eigener Einsichthandeln zu dürfen, die ihm auch gewährt wurde. Turenne, der noch vorAnkunft der Truppen des Kurfürsten die Verbündeten aus dem Elsasszu drängen beabsichtigte, griff sie beiEnsheim an. Auch in dieser Schlacht