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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 2 (1874) Kriege der II. Hälfte des XVII. und I. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts : 1648 - 1740
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3. Die benierkenswerthesten Kriege und Feldzüge. 57

den durch eine Krümmung des Mains hier gebildeten engen Raum völligeinschliessen können. Er unterliess jedoch den Angriff, weil die in dieserKrümmung sehr waldige Gegend keine zu einer Schlacht geeignete Po-sition bot, möglicher Weise aber auch deshalb, weil er, nachdem einDrittel seiner Truppen nach Aschaffenburg detachirt war, sich nicht starkgenug fühlte, das kaiserliche Heer anzugreifen.

Nachdem er den Main bei Lohr überschritten, begann MontecuculiAschaffenburg zu bedrohen, gab sich hierauf den Anschein, als wolle ersich gegen Trier richten, und setzte schliesslich bei Koblenz über denRhein, worauf er rasch nach Bonn marschirte. Als Turenne die Unmög-lichkeit einsah, die Vereinigung Montecuculi's mit dem holländischenHeere zu verhindern, zog er sich, nicht stark genug ihm zu folgen, aufPhilippsburg zurück. Indem er sich nun auf neutralem Boden befand, wokeine Magazine für das französische Heer errichtet waren, sah sich Turennegenöthigt, sich hier so lange aufzuhalten, bis er durch Einkäufe sich mitProviant versorgt hatte. In Folge des mit dieser Art der Verprovianti-rung verknüpften Zeitverlustes, durch den Mangel an Geldmitteln nochvergrössert, ward das 20,000 Mann starke französische Heer in seinenOperationen aufgehalten und blieb, ungeachtet es sich in einem so reichenLande befand, dem äussersten Mangel ausgesetzt. Dieser Mangel stei-gerte sich noch mehr mit dem Uebertritt auf das linke Rheinufer, auf demTurenne die von Louvois versprochenen Magazine nicht vorfand. Diessowie die schlechten Wege verzögerten den Marsch des französischenHeeres, weshalb es auch nicht zur gehörigen Zeit in den Niederlandenerscheinen konnte.

Unterdessen hatte Spanien Frankreich den Krieg erklärt, und die30,000 Mann starke holländisch-spanische Armee unter dem Prinzen vonGranien sich mit dem Heere Montecuculi's bei Bonn vereinigt. Hieraufbelagerten und eroberten die verbündeten Heere Bonn und besetztendie ganze Landstrecke zwischen der Maas und dem Rhein, ohnedass Conde mit seinem 12,000 Mann starken Heere etwas dagegen thunkonnte. Einsehend, dass durch die Kriegserklärung Spaniens sein Heervon Frankreich abgeschnitten war, und die Eroberung Amsterdams nunzur Unmöglichkeit wurde, befahl Ludwig XIV. dem Herzoge vonLuxem-bourg, nachdem er in den bedeutendsten Festungen Garnisonen zurück-gelassen , mit dem Reste seines Heeres sich mit Conde zu vereinigen.Die Verbündeten gaben sich vergebliehe Mühe dies zu verhindern, undLuxembourg stiess ungehindert zu Conde.

In den Niederlanden fiel im Laufe dieses Feldzuges nichts Bedeu-tendes oder sonst Bemerkenswerthes vor, ausser dass beim Beginne des-selben Mastricht von den Franzosen genommen wurde.

Die Resultate des Feldzuges von 1673 waren für die Franzosen im