3. Die bemerkenswerthesten Kriege und Feldzüge. 47
Franche-Comte und eroberten in siebenzehn Tagen diese spanische Pro-vinz , deren Behörden schon vorher auf Frankreichs Seite waren. Soreissende Fortschritte erregten, ungeachtet seines Bündnisses mit Frank-reich Hollands Besorgniss für die eigene Unabhängigkeit. Johann deWitt, unter dem Vorwande, das europäische Gleichgewicht zu wahren,stiftete zwischen Holland, England und Schweden gegen Frankreich einBiindniss, das unter dem Namen der Triple-Alliance bekannt ist. Durchdie Macht der Umstände gedrängt, war Ludwig XIV. genöthigt, seineweiteren Fortschritte zu hemmen und beim Schlüsse des allgemeinen Frie-dens zu Aachen 1668 an Spanien die Franche-Comte zurückzugeben undallein Flandern für Frankreich zu behalten.'
ILDer zweite niederländische Krieg (1672—1679).
§.23.
Ursachen des Krieges, Streitkräfte, Pläne und Operationen
beider Theile.
Aufgebracht über Holland, das es gewagt hatte, seinen Erfolgeneine Grenze zu stecken, und dessen ausgebreiteten und blühenden Handeler beneidete, beschloss Ludwig XIV. die Waffen gegen dasselbe zu rich-ten. Doch ehe er diesen Schritt that, bemühte er sich, die Triple-Alliancezu lösen und die Staaten des westlichen Europas gegen Holland zu er-regen. Sowohl das Eine wie das Andere gelang ihm bald. Karl IL,König von England, hatte weder den Wunsch noch die Absicht, Frank-reich entschieden entgegenzutreten; Schweden war dem Bündnisse mitEngland und Holland einzig deshalb beigetreten, um von Spanien Hülfs-gelder zur Kriegführung zu erlangen. Hinsichtlich der übrigen Staatendes westlichen Europas verstand Ludwig XIV. es so geschickt, ihrenheimlichen Neid gegen Hollands Wohlstand zu benutzen, dass es ihm ge-lang, den Kaiser Leopold L, den Kurfürsten von Brandenburg, FriedrichWilhelm den Grossen, den Herzog von Neuenburg, den Papst Clemens Xl.und den Herzog von Savoyen auf seine Seite zu ziehen, wobei der letztenoch versprach, ihm 3000 Mann Hülfstruppen zu geben. Der König vonDänemark, Christian V. , die Kurfürsten von Trier und Mainz und vieleAndere blieben entweder neutral oder traten auf die Seite Frankreichs.England, Schweden und die Beherrscher der an Holland grenzenden ka-tholischen Länder am Niederrhein, der Kurfürst von Köln und der Bi-schof von Münster, traten offen dem Bündnisse mit Ludwig XIV. bei. Un-gemein wichtig war für Ludwig XIV. das Biindniss mit beiden letzteren,