42 II. Die Kriege am Ende des 17. und am Anfange des 18. Jahrhunderts.
auf dem rechten Rheinufer) gedeckt, sowie durch eine Menge imSchwarzwalde und in den durch ihn vom Ehein zur Donau und in dasInnere Deutschlands führenden Pässen errichteter Befestigungen. Ammittlem Rhein hatten die Operationen der Franzosen im Allgemeinenhessern Erfolg als in den Niederlanden. Nicht nur, dass die Franzosenim Besitze des Elsass blieben, sondern sie sicherten sich den Besitz des-selben auch für die Zukunft, während alle Versuche der Verbündeten,durch das Moselthal in das Innere Frankreichs zu dringen, scheiterten.War auch der Zweck des am mittlem Rhein geführten Krieges von ge-ringerer Bedeutung als der in den Niederlanden geführte, so hatte dochder Krieg selbst einen entscheidenderen Charakter.
§• 18.Charakteristik des Krieges in Deutsehland und an der Donau.
In den beiden 1703 und 1704 in Deutschland an der Donau geführ-ten Feldzügen des spanischen Erbfolgekrieges waren die Operationender mit den Baiern verbündeten Franzosen in Baiern defensiv und nurtheilweise offensiv, während die seitens der Verbündeten von Norden, Ostenund Süden gegen Baiern gerichteten offensiv waren. Diese Operationen be-standen hauptsächlich in Manövern, durch welche einerseits die Franzosenund Baiern sich bestrebten, die Communicationen mit Frankreich zu unter-halten und die Verbündeten nicht über die Grenze Baierns dringen zulassen oder sie von derselben ganz zu entfernen, die Verbündeten an-derseits in Baiern einzudringen, es zu besetzen und den Kurfürsten vonBaiern. einen äusserst wichtigen Verbündeten Frankreichs, zu zwingensuchten, diesem Bündnisse zu entsagen. Als Verbindungswege der in Baiernoperirenden französischen Heere mit Frankreich dienten gewöhnlich die-jenigen, die durch das obere Donauthal, durch Villingen und denSchwarzwald, wie durch das Thal der Kinzig gegen Strassburg oderdurch Freiburg, Breisach und Hüningen zum Rheine führten. Der Schau-platz dieses Krieges war gewöhnlich in Baiern und vornehmlich in derGegend von Augsburg, wo die günstige Oertlichkeit am Lech eine gute,künstlich befestigte Position bot. Das linke Donauufer war sowohl fürFranzosen und Baiern, als auch für ihre Gegner äusserst wichtig, weilaus dieser an Hülfsquellen so reichen Gegend beide Theile ihren Proviant-und Fouragevorrath sich verschafften. Von hier aus (oder von Nordenher) richteten die Verbündeten ihre bedeutendsten Operationen gegenBaiern; hier war es, wo sie gewöhnlich ihre aus den Stollhofer Linienoder den Niederlanden herbeigezogenen Hauptstreitkräfte concentrirten.Die Franzosen und Baiern deckten sich durch natürliche und künstlicheHindernisse, indem sie ihren Gegnern den Weg ins Innere Baierns ver-legten, dadurch dass sie in befestigten Lagern, mit dem Rücken zur