2. Die Art der Kriegführung in dieser Periode. 41
blieben. Zwischen ihnen kam es höchst selten, und zwar fast immer nurzufällig, zu grössern Schlachten, in denen der Sieg entweder durch dieTaktik oder durch besondere, zufällige Umstände entschieden wurdeund, mit Ausnahme der Schlacht bei Eamillies, nie wichtige Folgen nachsich zog (die Schlachten bei Oudenaarde, Malplaquet u. s. w.) und das umso mehr, da der Besieger nie den Besiegten verfolgte. Die in dieserPeriode in den Niederlanden geführten Kriege waren im Allgemeinen vonäusserst langer Dauer, forderten grosse Opfer an Menschen und wurdenihrer ungemeinen Langsamkeit und Unentschiedenheit wegen erst nacheiner grösseren oder geringeren Anzahl von Feldzügen mit Erfolgen ge-krönt (im zweiten niederländischen Kriege 1672—1679 sechs Feldzüge,im dritten 1688—1697 neun und im spanischen Erbfolgekrieg 1702—1712zehn, im G-anzen 25 Feldzüge).
§.17.Charakteristik des Krieges am mittlem Rhein.
Am mittlem Rhein wurden anfangs offensive Operationen ausgeführt:von den Franzosen, um das Elsass zu erobern, von den Verbündeten, eszu decken und zu vertheidigen (während der ersten niederländischenKriege). In der Folge (im spanischen Erbfolgekriege) traten die Ver-bündeten von Osten her aus Deutschland offensiv auf, um das Elsass vonden Franzosen zurück zu erobern, während diese es vertheidigten. Seit1706 jedoch beschränkten sich die Operationen beider Theile auf dieVerteidigung der Rheinufer. Entschlossenere und geschicktere Feld-herren, wie z.B. Villars, beschränkten sich nicht auf die Defensive, ope-rirten entweder offensiv jenseits des Rheines oder vereinigten die Offen-sive mit der Defensive und gaben auf diese Weise der letzteren einenOffensivcharakter. Die Operationen der Franzosen wurden gedeckt, so-wohl durch eine Menge sich von links in den Rhein ergiessender und inden Vogesen entspringender Bergströme, als auch durch die an ihnenerrichteten befestigten Linien (Weissenburger und Lauterburger längsder Lauter und andere'>. Die Hauptrichtung der Offensiv-Operationen derVerbündeten gegen die Nordost-Grenze Frankreichs war das Moselthalvon Koblenz über Trier, Diedenhofen und Metz, weil hier der schwächsteTheil der französischen Grenze war. Die wichtigsten Punkte des mitt-lem Rheines waren: am linken Ufer die Festungen Landau, Mainz unddie freie Stadt Strassburg, die beiden letzteren mit befestigten Flussüber-gängen über den Rhein, und ein ebenso befestigter Uebergang bei Hü-ningen nahe bei Basel; auf dem rechten Ufer die Festungen Philippsburg,(Alt-; Breisach und Freiburg.
Die Operationen der Verbündeten wurden durch die Stollhofener,Ellingener und Rastatter befestigten Linien unterhalb Strassburg