1. Die Art der Kriegführung in dieser Periode. 37
§■ 12.
Die Deckung der Communieationen, die Operationen gegen sie
und das Manövriren."
Je mehr der Kampf selbst seine Wichtigkeit verlor, desto grösserwurde die Bedeutung aller Operationen, welche die Deckung der eigenenund die Bedrohung der feindlichen Communieationen oder die Vernich-tung der letzteren zum Ziele hatten. Durch Bewegungen und Operationen,welche die Communieationen des Gegners bedrohten oder ihn wirklichvon seinen Magazinen abschnitten, wodurch er der Mittel, den Kriegweiter zu führen, beraubt und zum Kückzug gezwungen war, durchManövriren das Ziel zu erreichen, galt als grössere Geschicklichkeitund brachte dem Feldherrn mehr Buhrn und Ehre, als wenn er dasselbeZiel durch eine gewonnene Schlacht erreicht hätte. In Folge davonmieden die Heere den Kampf und manövrirten, d. h. sie suchten durchihre Bewegungen und die von ihnen eingenommenen Stellungen dieCommunieationen des Gegners zu bedrohen. Abgetheilte Detachementsoperirten uuterdess gegen die wichtigsten Punkte derselben, oder gegendie auf ihnen sich dahinziehenden Transporte, oder aber sie führten denkleinen Krieg, um durch ihn dem Gegner die Möglichkeit zu entziehen,sich der Mittel des von ihm besetzten Landes zu bedienen und seinenProviant und seine Fourage aus ihm zu beziehen. Um den Gegner irrezu leiten, Zweifel in ihm zu erwecken, ihn zu Nachlässigkeiten zu be-wegen oder seine Aufmerksamkeit von den wichtigsten Punkten abzu-ziehen, wurden Schein-Bewegungen und Operationen unternommen,falsche Gerüchte ausgesprengt und alle möglichen Arten von Kriegs-listen u. dgl. angewendet.
Während die Errichtung von Communieationen, ihre Deckung, so-wie die Operationen gegen sie und das Manövriren mehr und mehr anBedeutung gewannen, fehlte es den Truppen und Heeren in Folge ihrerEinrichtung nicht nur an den hierzu nöthigen Bedingungen, sondern siewaren sogar gänzlich unfähig, etwas zu leisten. Mit Ausnahme vonMontecuculi, dem Prinzen Eugen von Savoyen, Vendöme, Villars undbesonders Turenne, fehlte es allen übrigen Feldherren an der Kunst zumanövriren.
§• 13.Wichtigkeit der Oertlichkeit und der künstlichen Hindernisse.
Das Streben, ohne Kampf und durch Manövriren allein das vorge-steckte Ziel zu erreichen, führte zu Folgendem :
Um den Kampf zu vermeiden, suchte man entweder die Oertlichkeitoder die Kunst, oder beide zugleich zu benutzen. Die geschicktesten