12. Die Ijemerkenswerthesteii Kriege und Feldzüge dieser Zeit. 287
welche in Nord-China herrschten. Der Niutschschen-Kaiser entsandtesein Heer gegen sie und rief auch die übrigen Noinadenstämnie zum Zugegegen sie auf. Temudschin ergriff mit Freuden diese Gelegenheit, anden Tataren, den eingewurzelten Feinden der Mongolen, Eache zu neh-men. Von den Ufern des Onon her warf er sich auf die Tataren, welchevor den Niutschschen nach Norden zurückgewichen waren, trug zu ihrerNiederlage mit bei und raubte ihre Fahrzeuge und Heerden. Hierdurchhatte er sich die Dankbarkeit und das Zutrauen der Niutschschen gewon-nen, durch Wegnahme des Viehs und der Habe die Tataren geschwächt,und durch die erlangte Beute sein Heer und seine Kriegsmittel verstärkt.
Im J. 1196 gewährte er demUng-Khan oder Aweng-Khan vondem mächtigen Stamme der Keraiten oder Chere, welcher von seinemjüngeren Bruder Erke-Charä gestürzt war, bei sich eine Zufluchtsstätteund gab ihm die Mittel. sich von Neuem zum Khan der Keraiten aufzu-werfen und zu verstärken. Nachdem er sich hierdurch einen ergebenenVerbündeten gewonnen, fiel er im selben Jahre über die Merkiten her,schlug sie und plünderte sie aus. Dann bekriegte er im J. 1199 die Nai-manen, indem er von deren inneren Zwisten Nutzen zog. Seine Erfolgeriefen die andern Stämme gegen ihn zu den Waffen, welche sich gegenihn verbündeten. Aber er kam ihrer Vereinigung zuvor, schlug sie ver-einzelt und gewann grosse Beute.
Hiernach war er bereits so erstarkt, dass er im J. 1200 den Ent-schluss fasste. die mächtigen und reichen Tataren, welche aus 70,000 Fa-milien bestanden, mit Krieg zu überziehen; er besiegte sie und entrissihnen reiche Beute. Die mit den Tataren verbündeten Naimanen, Oiratenu. A., welche heranzogen, sich mit ihnen zu verbinden, kamen zu spätund kehrten unverrichteter Dinge zurück.
Um diese Zeit erzürnten Uebelwollende ihn gegen Ung-Khan undTemudschin fiel über die Keraiten her, schlug sie und zersprengte sieganz und gar.
Im J. 1204 brachte der Khan der Naimanen, Tajang, ein Bündnissgegen Temudschin zu Stande, der Letztere aber kam ihm zuvor,schlug ihn und hatte damit das entschiedene Uebergewicht über die dieMongolei umgebenden Stämme gewonnen. Da er aber seine Macht nochmehr zu verstärken und zu erweitern wünschte, so zog er von Neuemgegen die Tataren, besiegte sie, hieb die Hartnäckigsten nieder und nahmdie Uebrigen in seine Ulus auf.
Hiernach wandte er sich nun gegen die stärksten Völker und fiel imJ. 1205 in die Länder der Tanguten ein. Mit unermesslicher Beute, na-mentlich an Kameelen. aus diesem Feldzuge heimgekehrt, berief er, umder durch Siege erlangten Macht den Schein der Gesetzlichkeit zu geben,im J. 1206 an den Quellen des Onon einen allgemeinen Reichstag (Kuril-