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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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280 II. Vom Tode Karls d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.

Mongolen zu erheben. Er hatte lange dazu gerüstet, iu einer Ver-bindung mit dem Papste Innocenz IV. und in Bündnissen mit denKönigen von Polen, von Böhmen und von Ungarn Verstärkungen gesucht,ein zahlreiches, vortrefflich bewaffnetes und geschultes Heer aufge-stellt und die Städte befestigt; nach Batu's Tode, unter dessen Bruderund Nachfolger Bereke-Khan, vertrieb er (1259) die Mongolen ausdem Halitscher Gebiete bis an den Dnjepr. Zweimal drang Kurem-scha, der mongolische Feldherr, in das halitsch-russische Königreichein und belagerte erfolglos Krementz, Wladimir und Lutzk, beide Malewurde er an den Dnjepr zurückgeworfen. Ein anderer MongolenfeldherrB u r o n d a i, der an K u r e m s c h a 's Stelle trat, erschien an der halitscherGrenze und forderte, dass Daniel mit ihm gegen die Litthauer ziehensolle. Daniel wagte nicht sich zu weigern und schickte ihm seinenBruder Wassilko mit den halitscher Druschinen. Zwei Jahre danachrückte Burondai nach Verheerung von Litthauen und des Jatwjagen-Landes in Daniel 's eigenes Gebiet. Der Letztere floh nach Polen, dannnach Ungarn, war aber, von seinen Verbündeten im Stich gelassen, ge-zwungen sich aufs Neue den Mongolen tributär zu erklären und, aufBurondai's Anfordern, die Festungswerke der Städte Lwow, Danilow,Stoschek, Krementz, Wladimir und Lutzk zu schleifen. Während dessent hatte Mindoweg sich, die Zerwürfnisse zwischen Daniel und denMongolen benutzend, von Neuem gegen Volhynien gewandt, und es be-ginnt nun eine ununterbrochene Reihe von Kriegen mit den Litthau-ern. Der Hauptschauplatz derselben war Volhynien, hier fanden häufigeSchlachten statt, bald für die Litthauer, bald für die Volhynier und Ha-litscher glücklich. Die Ermordung Mindowcg's (1265) verhindertediesen, sich Volhyniens zu bemächtigen, und der Tod Daniel's (1266)war sogar die Ursache zu einer nicht lange währenden Verbindung deslitthauischen Fürstenthums mit dem halitsch-russischen Königreiche unterder Herrschaft Schwarn's (1266—1268), des Sohnes Daniel's.Seh warn's Nachfolger Leo vermochte nicht sich in Litthauen festzu-setzen: Troiden riss den oberen Theil des Landes an sich, und vonNeuem entbrannte der Krieg zwischen den Litthauern und den Fürstenvon Volhynien und Halitsch, welche andererseits nicht aufhörten, sich indie inneren Kriege der Fürsten von Polen zu mischen, und die Mongolenbald gegen diese, bald gegen die Litthauer zu Hülfe riefen. Der Erfolgwar jedoch grösstentheils auf Seite der Polen, besonders der Litthauer;die Mongolen aber, welche unaufhörlich durch volhynisches und litthaui-sches Gebiet zogen, verwüsteten dies in furchtbarster Weise. Im J. 1285zwangen sie Leo, einen Zug nach Ungarn mit ihnen zu machen, der je-doch damit endete, dass sowohl Mongolen wie Halitscher fast sämmtlichin den karpathischen Gebirgen der Pest erlagen.