11. Die bemerkenswertkesten Kriege und Feldziige dieser Zeit. 277
Towtiwil (oder Towtawil) von Litthauen mit den Nowgoroder undPskower Druschinen unter oberster Anführung des Sohnes von Alexan-der Newski, Fürsten Dimitri Alexandrowitsch, einen Zug inLivland aus, belagerten und erstürmten Juvjew (Derpt), wobei ein Theilder Einwohner niedergemacht wurde, ein anderer in den Flammen um-kam und der Rest in Gefangenschaft gerieth, — und dann kehrte dasrussische Heer mit reicher Beute beladen zurück. Im J. 1268 gingen dieNowgoroder nach Esthland gegen die dort wohnenden Dänen, belagertenWesenberg oder Rakowor, kehrten aber in Folge von Uneinigkeit zwischenihnen unverrichteter Dinge wieder zurück. Dann brachen sie unter derobersten Führung des Dimitri Alexandrowitsch in erheblicherStärke mit den Fürsten Swjatoslaw und Michael, den Söhnen desGrossfürsten Jaroslaw Jaroslawitsch und Dowmant von Pskowabermals zu einem Zuge gegen die Dänen in Esthland auf und belagertenWesenberg. Die livländischen Ritter hatten versprochen, sich nicht indiesen Krieg einzumischen, als aber die Dänen mit bedeutender Machtplötzlich vor Wesenberg erschienen, gingen die Nowgoroder über denKegola-(Kegora-)Fluss und stiessen zu ihrem Erstaunen an der Spitze desdänischen Heeres auf die livländischen Ritter unter Anführung desLandkomthurs OttovonRoden stein. In der hier am 18. Febr. 1268stattfindenden blutigen Schlacht (von Rakowor oder Wesenbergj erfoch-ten die Nowgoroder den Sieg, hatten aber so grosse Verluste erlitten undsich so geschwächt, dass sie zurückzukehren gezwungen waren. ZurRache für die Niederlage bei Wesenberg belagerte der Hochmeister deslivländischen Ordens im J. 1269 mit einem Heere von 18,000 MannPskow. Der tapfere Fürst Dowmant leistete 10 Tage lang muthigenWiderstand und die den Pskowiten zu Hülfe eilenden Nowgoroder zwan-gen die Ritter Frieden zu schliessen und wollten nun nach Reval ziehen,aber auch die Dänen machten Frieden mit ihnen.
Hiernach hielten, von inneren Zwistigkeiten beschäftigt, die Ritter30 Jahre lang Frieden mit Nowgorod und Pskow. Aber im J. 1299griffen sie, in Folge von Streitigkeiten, welche sie mit Pskow hat-ten , plötzlich Pskow an, brannten die Vorstadt nieder und belagertendie Pskowiten in der inneren Burg (Kreml). Der Fürst Dowmantmachte einen Ausfall, schlug sie und jagte sie in die Flucht. Nun ver-flossen wieder 22 Jahre in Frieden. Aber im J. 1322 verheerten diePskowiten unter Anführung des von ihnen herbeigerufenen litthauischenFürsten David das esthländische Gebiet bis Reval hin, weil die Esth-länder pskowitische Kauf leute und Jäger auf der Narowa und dem Peipus-see erschlagen hatten. In Folge dessen belagerten die Ritter im J. 1323Pskow mit einem starken Heere. Da die Pskowiten von Nowgorod keineHülfe erhielten, so riefen sie aufs Neue den Fürsten David, und in dem