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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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11. Die bemerkeuswerthesten Kriege und Fehlzüge dieser Zeit. 275

aller Art heraufbeschworen. Aber vorn J. 1328 an, als Johann I. Ka-iita*) auf den Thron des Grossfürsten stieg, kehrt in Ost-Russlandinnere Ruhe ein, der Vorbote innerer Vereinigung.

Mehr Aufmerksamkeit in militärischer Beziehung verdienen dieäusseren Kriege der Russen im Norden mit den Schweden, im Nord-westen mit dem livländischen Orden, im Westen mit den Litthauern,und in Südwesten mit den Litthauern. Polen und Ungarn, Kriege,welche für die russischen Waffen zwar ruhmreiche Thaten aufweisen, fürRussland aber nach Westen hin in ihren Resultaten unglücklich sind.

§.87.Kriege im Norden mit den Schweden.

Newa, Ladogasee und das Land nördlich und südlich derselbenwaren der Schauplatz fortwährender Kämpfe zwischen den Nowgoroderneinerseits, den Schweden und eingeborenen finnischen Stämmen: Jemen,Sumjen, Ischoren, Karelen u. s. w. andererseits, unaufhörlicher Angriffeund Einfälle des einen Theils in das Gebiet des andern zum Zwecke derVerdrängung des Gegners aus demselben und eigener Festsetzung da-selbst , wozu beide Theile viele Festungen und Forts erbauten. DieSchweden kämpften ausserdem mit der Absicht, die Finnen und Nowgo-roder zum römisch-katholischen Glauben zu bekehren und sich Nowgo-rods zu bemächtigen. Der wichtigste Feldzug war in dieser Beziehungder des schwedischen Jarl Birger aus dem Geschlechte der Fol kun-ger, noch im J. 1240 , in Finnland und Nord-Russland. Als er an derMündung der Ischora in die Newa landete, um nach Ladoga zu gehen,brach der Nowgoroder Fürst Alexander Ja roslawitsch, ohne dieDruschinen seines Vaters, noch das Zusammenziehen aller nowgorodi-schen abzuwarten, mit einer kleinen und tapferen Druschine direktgegen Birger auf und griff, an dessen Landungsplatz angekommen,ihn sofort heftig an (15. Juli 1240), besiegte ihn nach blutigem underbittertem Kampfe, in welchem er selbst mit sechs seiner tapferstenHelden an der Spitze seiner Druschine focht und Birg er mit seinerLanze im Gesicht verwundete, vollständig, vertrieb ihn und erhielt dafürden Beinamen Newski (der Newaische). Nach seinem Tode bemäch-tigten sich die Schweden Jemens und eines Theiles von Kardien, Beidesim Nowgoroder Besitz , erbauten Wyborg (1293), Kexholm und ein Fortan der Narowa (1295) und Landskron an der Newamündung (1300). DieNowgoroder ihrerseits erneuten die Befestigung von Koporsk (1297),

*J Iwan I. Danilowitsch, der Beutel (132S1340). Aum. d. Uebers.

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