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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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1,1. Die bemerkenswerthesten Kriege und Feldzüge dieser Zeit. 263

Nach der Erzählung unsrer Annalisten führte Batu Unterhand-lungen mit den Fürsten vonRjäsan, welche sich zu Onus befanden,was aber Onus gewesen und wo es gelegen, das ist unbekannt. Wennin der Woronescher Chronik ein Fluss dieses Namens erwähnt wird,wohin ein Theil der rjäsanschen Druschinen geschickt sei, so musste dieStadt Onus südlich oder östlich von diesem Flusse liegen. Man kann da-her in diesem Falle nur annehmen, dass Batu an die Nebenflüsse desDon zog, um hier seine Pferde ordentlich zu nähren, und sich zum Ein-fall in die russischen Lande zu rüsten. Von hier aus verlangte er vonden rjäsaner Fürsten den Zehnten von Allem, von den Fürsten, Bo-jaren, einfachen Leuten und von den Pferden, den weissen, schwarzen,braunen, Schecken u. s. w. Aber die Fürsten von Bjäsan, Murom, Pronskantworteten: »wenn keiner von uns übrig ist, dann soll Alles euer sein«.Inzwischen baten sie Georg von Wladimir um Hülfe, aber dieser erfüllteihre Bitte nicht, da er entschlossen war, sich allein zu vertheidigen! Mansollte meinen, dass die Mongolen den russischen Fürsten doch schon seitdem ersten Einfalle im J. 1224 hinlänglich bekannt sein und die Letzte-ren wissen mussten, sowohl was die Mongolen in Asien gethan hatten,als dass Batu's Horden zur Wolga gezogen waren. Zuletzt hatten auchdie vor den Mongolen fliehenden Kiptschaken, Bolgaren u. A. ihnen dendrohenden Einfall der Mongolen verkünden müssen. Aber unglücklicher-weise konnte in dem zerrissenen und zerrütteten Russland, West- wieOst-Russland, zwischen den russischen Fürsten zur Abwehr der drohendenMongolen-Kräfte nicht die geringste Einigkeit und Eintracht hergestelltwerden, während die Letzteren hingegen unter einem Willen und Im-pulse und zu einheitlichem genau bestimmtem Ziele handelten. So blieb esdenn lediglich bei einigen vereinzelten und schwachen Vertheidigungs-massregeln der rjäsanschen Fürsten, deren Provinz zunächst an dem vonden Mongolen eingeschlagenen Wege lag. Oben wurde gesagt, dass nurein Theil der rjäsanschen Druschinen an den Fluss Woronesch voraus-gesandt war, der andre Theil wurde wahrscheinlich nur erst zusammen-gezogen. Man weiss nicht, welches das Schicksal des am Woroneschaufgestellten Heerestheils war; verrnuthlich wurde er zersprengt undnur wenige Gerettete brachten die Kunde von des Theodor George-witsch Ermordung mit sich. Nun erst Hessen die rjäsanschen Fürstenihre Druschinen zusammenstossen, zogen den Mongolen entgegen undlieferten an der Grenze der Provinz Rjäsan ihnen eine Schlacht. Aberwas vermochten ihre geringen Druschinen gegen die ungeheure MachtB a t u 's ?! Sie waren natürlicherweise verloren und wurden derartig ge-schlagen , dass, nach den Worten der Kostromsker Chronik, nach ver-zweifeltem heftigem Kampfe Alle auf der Wahlstatt lagen (unzweifelhaftwaren sie von allen Seiten umzingelt worden). Hierauf zogen die Mon-