11. Die bemerkenswerthesten Kriege und Feldzüge dieser Zeit. 257
Kasbin 'Kazwin) und an das kaspische Meer, wo Mohammed sich aufeiner unbewohnten Insel verbarg und starb. Tschjebe aber undSu-butai, da sie ihn nicht fanden, zogen nach Tabriz, Megara (heutigeMaragha) , Hamadan und Grusien, überall das Land verwüstend. ImFebruar 1221 wandten sie sich, nachdem sie eine grusinskische Armeebei Tiflis geschlagen, abermals nach Tabriz, Megara, Ebrilia, Hamadan,Ardebil, Bailekan, bald einige Städte plündernd und zerstörend, baldandre gegen reiches Lösegeld schonend. Nach wiederholter Besiegimgeines grusinskischen Heeres in Grusien drangen sie in die Provinz Schir-wan ein, plünderten Schemachi, nahmen Derbend und zogen über denKaukasus nach Norden. Nach Ueberschreiten des Gebirges stiessen sieauf das verbündete Heer der Alanen, Lesginen, Tscherkessen und Po-lowzer, welche sich zu gemeinschaftlichem Widerstände verbunden hatten,es kam zu einer Schlacht, in welcher keiner von beiden Theilen den Sieggewann. Dann trennten die Mongolen aber durch Geld und reiche Ge-schenke die Polowzer von deren Verbündeten, schlugen die Letzteren,setzten den Polowzern nach, welche ohne alle Sicherheitsmassregeln ineinzelnen Haufen zu ihrer Heimath zogen . zersprengten diese einzelnenAbtheilungen und drangen ihnen nach in die südlichen Grenzen Kuss-lands ein. Die Polowzer flohen zum Dnjepr, baten die russischen Fürsten,sie über diesen Fluss und durch russisches Gebiet ziehen zu lassen, underregten durch die Nachricht von dem Herannahen der furchtbaren unbe-kannten Eroberer überall Furcht und Schrecken. Der Schwiegervaterdes M s t i s 1 a w U d a 1 y, der Polowzer-Khan K o t j a n, warf sich mit einergrossen Anzahl Polowzer nach Halitsch, beschwor Mstislaw, ihn unddie Polowzer zu retten und den Mongolen Widerstand zu leisten, damit sienicht auch das russische Land wegnähmen, wie sie das der Polowzer weg-genommen hätten. Mstislaw berief die Fürsten Süd-Russlands zu einemReichstage nach Kijew und bewog sie, gegen die Mongolen zu den Waf-fen zu greifen, mit gemeinsamen Kräften ihnen jenseits der russischenGrenzen entgegen zu treten und sie nicht in dieselben eindringen zu lassen.Im Frühjahr 1224 vereinigten die Fürsten: Mstislaw von Halitsch,Daniel von Volhynien, Mstislaw von Tschernigow, Mstislaw vonPeresopnitz, Oleg von Kursk und viele andre ihre Druschinen und zogenam rechten Dnjepr-Ufer hinab. Bei Sarub und der Warjascher Inselstiessen sie auf 10 mongolische Gesandte, welche ihnen sagten, dass siesie nicht beleidigen, nicht in ihr Land einrücken, nicht ihre Städte undDörfer wegnehmen wollten, sondern nur gegen die Polowzer zögen, dieRäuber der Mongolen und Feinde Russlands, gegen welche sich auch dierussischen Fürsten wenden sollten. Aber die russischen Fürsten, von denvielen Polowzern, welche sich bei ihnen befanden, aufgereizt, Messen diemongolischen Gesandten tödten — und begingen dadurch den ersten
Ga litzin, Allgem. Kriegsgeschichte II. 1. 17