254 II. Vom Tode Karls d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.
auch Jaroslaw und Constantin zog in Perejaslawl ein, währendMstislaw nach Befreiung der gefangenen Nowgoroder und Smoljanennach Nowgorod zurückkehrte und die Nowgoroder Druschinen gegen dielivländischen Ritter sandte, welche das tschudische Land aussogen.Aber die Ritter warteten dieselben nicht ab, sondern zogen sich nachRiga zurück.
Im Sommer 1218 brach Mstislaw aus Nowgorod gegen Kijew auf,um die wichtigste seiner Absichten, die Befreiung und Beruhigung vonVolhynien und Halitsch auszuführen. Mit Hülfe seines Verbündeten, desHerzogs Lj äsehko von Polen , die Ungarn und Koloman (Sohn desungarischen Königs Andreas IL) aus der Provinz verjagend (1219),vermählte er seine Tochter an den jugendlichen Sohn Roma n's, Daniel(der später so berühmt wurde) , setzte ihn aber als Fürsten über Vol-hynien, während er das Fürstenthum Halitsch für sich behielt. Danielforderte von Ljäschko (oder Lessek) die Herausgabe der von ihmbesetzten Geburtsstädte der volhynischen Fürsten. In Folge der Wei-gerung Ljäschko's, dies zu thun, und da Mstislaw nicht zu ihrerWiederunterwerfung helfen wollte, eroberte Daniel sie selbst ohne jedefremde Hülfe zurück. Aus Rache dafür zogen die Polen mit dem Ungarnzusammen gegen Halitsch. Mstislaw schickte ihnen seinen WojewodenDmitri entgegen, dem Daniel und Alexander von Bjels übertrug erden Schutz von Halitsch, er selbst fing an ein Heer am Dnjepr zusam-menzuziehen und rief die Polowzer. Der Wojewode Dmitri wurde ge-sehlagen , die Trümmer seines Heeres vereinigten sieh mit Mstislaw,der schon bis zum Flusse Subri herangekommen war. Mstislaw be-schloss, Daniel aus Halitsch an sich zu ziehen und, vor der Macht zurück-weichend, die Provinz Halitsch zu verlassen. Nach einem ausserordent-lich schwierigen Rückzuge aus Halitsch, den er unter unaufhörlichenKämpfen mit Ungarn und Polen und bei äusserstem Mangel an Lebens-mitteln ausgeführt hatte, vereinigte Daniel sich hinter dem Dnjestr mitMstislaw. Von dem Letzteren nach Volhynien entsendet, fand er beiden litthauischen Fürsten Hülfe und verstärkte sich durch ihre Druschi-nen gegen die Polen (1220).^ Inzwischen hatten auch die Ungarn Ver-stärkungen an sich gezogen, welche unter Führung des WojewodenFilni aus Ungarn herankamen. Kurz danach setzte Filni sich mitallen ungarischen Druschinen und einem Theile von Ljäschko's Heereaus Halitsch gegen Mstislaw in Bewegung, während Lessek selbstmit dem Rest seiner Druschinen sich nach Volhynien wandte, um Da-niel dort zu beschäftigen und fest zu halten (1221). Filni stiessunweit von Halitsch auf Mstislaw mit den von diesem herbeigerufe-nen Polowzern, drängte Wladimir Rurik mit den Vortruppen zu-rück, wurde aber, als seine Truppen sehr en debandade jene verfolgten,