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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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208 II. Vom Tode Karl's d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.

Schüben und erlangte nach 907 Bjelochorwatien*) mit Krakau, das in derFolge Kl ein-Polen genannt wurde. Semomysl erweiterte gleichihm seine Besitzungen durch Waffengewalt und scheint Ober-Schlesienerrungen zu haben.

Mit dem Anfange der beglaubigten Geschichte von Polen unter demSohne Semomysl's, Mj etschislaw I. **) (962992), werden auch dieKriege der Polen bekannter und bemerkenswerther. Schon Mjetschis-1 a w I. erlangte in der Geschichte eine gewisse Berühmtheit, u. A. durchseine Kriege mit den Deutschen, Ljutitschen und Tschechen.

Einige Kaiser errichteten, bei dem allmählichen Vordringen ihrerEroberungen nach Osten in die Länder der West-Slawen, in denjenigenvon diesen Ländern, welche sie unterworfen hatten, Marken oder Grenz-provinzen unter der Verwaltung von Markgrafen. Seit Heinrich'sd e s V o g e 1 s t e 11 e r s Zeit, im 10. Jahrhundert, waren bereits drei solcherMarkgrafschaften entstanden: die Nordmark nach der Seite der Lju-titschen und Bodritschen, die Ostmark gegen die Serben, Tschechenund Polen, getheilt in Lausitz und Meissen, und die Süd mark (oderOesterreich) gegen Morawen und Chorwaten.

Im J. 963 bemächtigte sich der östliche Markgraf Hero der Lausitz,griff Mjetschislaw an, besiegte ihn und zwang ihn zur Abtretung desstreitigen Unter-Schlesiens an Kaiser Otto I. Aber 10 J. später (973)besiegte Mieczyslaw seinerseits die Deutschen bei Zidin, schloss je-doch mit Otto Frieden und erschien 975 auf dem Reichstage zu Quedlin-burg, als Beherrscher des Landes zwischen Oder und Warthe, und alsGlied des Reiches. NachOtto's I. Tode (975) mischte er sich indie Streitigkeiten des Herzogs von Bayern mit Otto IL und half, nach-dem er endlich auf Otto's III. Seite getreten war, diesem in dem Kriegegegen die Tschechen und Ljutitschen (990). Andrerseits aber erobertendie Tschechen die Provinz Krakau (967973), und ausserdem verlorPolen das Roth-Russland (981), welches Mieczyslaw unter Jaropolkvon Kijew erlangt hatte.

Nach Mieczyslaw'sl. Tode machte dessen ältester Sohn Boles-law I. unter dem Beinamen der Tapfere und der Grosse (9821010)durch Verjagung seiner Brüder sich zum alleinigen Herrscher von ganzPolen und erlangte während seiner 33 Regierungsjahre grossen Ruhmdurch glückliche Kriege, grosse Thaten und ausgedehnte Eroberungen.Binnen drei Jahren hatte er durch Waffengewalt seine Herrschaft nachallen Seiten ausgedehnt. Im J. 996 unterwarf er die Danziger Seeküste,997 rächte er an den Preussen den Märtyrertod seines Lieblings, Bischof

*) Auch Bieloehrobatien. Amn. d. Uebers.**) Oder Miesko L, oder Mieczyslaw. Anm. d. Uebers.