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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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8. Die gleichzeitigen Völker in Ost-Europa und Asien. 191

mit ihren Leibern die Gräben auszufüllen und so Brücken für die Jani-tscharen zu bilden.

Auch der Reiterei gab man eine bessere Organisation, und es wurdeausser den früheren Akindschi zum Schutze der heiligen Fahne (San d-schak-Scherif) eine Eeiterwache von 2400 Mann formirt.

Was Aufstellung und Kampfart der Türken bis zur Mitte des M.Jahr-hunderts anbelangt, so sind darüber nicht viele und ausserdem so verun-staltete Aufzeichnungen vorhanden, dass sie keinen deutlichen Begriffdavon geben. Indessen steht soviel fest, dass die Türken zu dieser Zeitdurch eine ausserordentliche, moralische Kraft, welche ihr Heer beseelte,erfolgreich getragen wurden. Obgleich sie an Güte der Bewaffnung,Kriegserfahrung, Disciplin, an reichen Kriegsvorräthen und an Stärke derbefestigten Städte weit hinter den Griechen zurückstanden, so waren sieihnen doch von den ersten Kriegen an weit überlegen, gerade durch ihremoralische Kraft. Ohne Kenntniss von feinerer Taktik fochten sie nochlange in gewaltigen und tiefen geschlossenen Massen, in zwei Flügel undein Centrum getheilt, in letzterem die besten Truppen. Nach der Meinung-einiger Schriftsteller fingen sie erst später (zuerst nämlich in der Schlachtauf dem Amselfelde 1389) an, ihr Heer in ein Centrum und zwei Flügelzu theilen, und lange Zeit entschied nur ihre persönliche Tapferkeit imHandgemenge den Sieg. Im Allgemeinen scheint unter den ersten Sul-tanen (Osman und Orchan) die Kampfart der Truppen sich auf dasEinfachste und Notwendigste ohne irgend besondere Kunst beschränktzu haben.

V. Mongolen.

§.69.Ihre Kriegsorganisation.

Der ursprüngliche Sitz der Völker mongolischen Stammes (derSprache nach zwischen dem türkischen und dem Mandschu- oder Tun-gusenstamme stehend) ist aller Wahrscheinlichkeit nach das Gebiet amFusse des Altai- und Chinggan-Gebirges gewesen. Von hier aus nachSüden sich ausbreitend, müssen sie schon früh mit den Chinesen in Be-rührung gekommen sein, welche sich von Süden her nach Norden aus-dehnten (wenn man den Ueberlieferungen der Letzteren Glauben schen-ken darf, welche über 25 Jahrhunderte v. Chr. zurückreichen). Jedenfallssind die historischen Bücher der Chinesen die einzige Quelle, aus welchenman Nachrichten über die Wohnsitze und Schicksale der Mongolenstämme