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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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174 II- Vom Tode Karl's d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.

lieh aus grossen Keulen oder Kolben, welche mit Zinn ausgegossen odermit steinernen Spitzen versehen waren, und Pfeilen mit Knochenspitzen,Schleudern, Steinäxten, ovalen oder halbovalen Schilden, Kopfbedeckungaus festen Häuten wilder Thiere, das Haar nach aussen, und Panzern ausschuppenartig zusammengesetzten Pferdehufen. Im 13. Jahrhundertaber hatten die Litthauer schon geschmiedete Erzwaffen, welche sie vonjenseits der Grenze empfingen oder auch bei sich selber verfertigten.Vergiftete Pfeile wendeten sie bis ins 16. Jahrhundert an. Statt derFahnen dienten ihnen Banner von verschiedenen Formen und Farben mitoder ohne Wappenzeichen und mit verschiedenen Abbildungen, sogarauch Stangen mit Rossschweifen (Buntschuk). Unter Gedimin wardas litthauische Heer schon ein vollständig reguläres , wohlgeübtes undüberhaupt befand sich sowohl die Kriegsorganisation als die KriegskunstLitthauens auf sehr gutem Standpunkt (s. unten).

II. Volker türkischen Stammes.

§.61.Kama-Wolga-B olgaren.

Die Bolgaren oder Wolgaren waren nach den Einen türkischer, nachden Andern finnischer oder slawischer Abstammung, oder eine Mischungaus Völkerschaften von beider Abstammung. Im 4. Jahrhundert n. Chr.,vielleicht schon früher, Hessen sie sich von jenseits des Kaukasus an denUfern der Wolga undKama nieder, breiteten ihre Herrschaft durch Unter-werfung der Nachbarstämme aus und bildeten zu Anfang des 10. Jahr-hunderts (so weit reichen nämlich die ältesten zuverlässigen Nachrichtenarabischer Schriftsteller über sie) schon ein ziemlich mächtiges Reich,das von eigenen Fürsten unter der Oberhoheit eines Alleinherrschers,Kagan, Chakan oder Khan, regiert wurde und dessen HauptstadtBolgar oder, wie sie in einigen russischen Chroniken genannt wird,Welikigrad (grosse Stadt) war. Ein halb ansässiges, halb nomadisi-rendes Leben führend, d. h. im Winter in Städten und Dörfern lebend,im Sommer mit ihren Heerden das Land durchziehend, trieben die Bul-garen zugleich auch Handel. Durch ihr Gebiet führte die Haupthandels-strasse von Asien nach Biarmien, Nowgorod und der Ostsee. Deshalberlangten die Bolgaren früher als die übrigen Völker Nordost-Europaseinen gewissen Grad von Bildung und Cultur. Das Christenthum scheintschon vor dem 10. Jahrhundert zu ihnen gedrungen zu sein, aber imJ. 922 trat ihr Zar oder Herrscher Almus oder Almusch mit einem