168 II- Vom Tode Karls d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.
gungen Messen Verpfählung, Unischanzung, Städtchen. ZurSicherung und Deckung der Grenzen gegen die Einfälle der Petsche-negen, Polowzer, Litthauer, später der Mongolen und anderer räuberischerVölker wurden auch wohl an einigen Stellen (schon seit Wladimir's I.Zeit) Verhaue in den Wäldern ausgeführt.
Die Städtchen (oder Festungen) , welche die russischen Fürstenaufzimmerten, um die Garnisonen darin unterzubringen, welche dieBewohner der Umgegend im Gehorsam erhalten, die Abgaben von den-selben erheben und sie gegen die Angriffe äusserer Feinde beschützensollten, bestanden aus dicken zusammengefügten Balkenwänden mitGraben und Wall davor. Dieselbe Art von Städtchen und zu demselbenZwecke, ausserdem aber zum Schutz der Grenzen gegen die Einfälle derPetschenegen, führte Wladimir I. an den Flüssen Desna, Sula, Ostra,Stugna und Trubescha auf. Jaroslawl. und die Theilfürsten fuhrenfort neue Städte zu erbauen und die alten neu zu befestigen, und auf dieseWeise bestand vor dem Eindringen der Mongolen wie im Innern desLandes so auch an den Grenzen desselben schon eine ziemlich grosseAnzahl von Städten, welche alle mehr oder weniger in folgender Weisebefestigt waren: die-Stadtbefestigung bestand, wie bei den Griechen, ausder äusseren Umwallung (Aussenstadt oder Ostrog, — durch Pfahl-werk befestigtes Dorf) und der inneren Stadt oder Citadelle (Burg,obere Stadt, Wischegrad,, später Kreml). Die letztere lag meistauf einem hohen, Stadt und Umgegend beherrschenden, schwer zugäng-lichen Punkte. Die äussere wie die innere Stadt war von Holzmauernmit hölzernen Thürmen und davor mit tiefen Gräben und einem Pfahlzaunumgeben. Die Mauern (bei den Chronisten Saboroli, Pallisadenzaun)bestanden aus einer doppelten Reihe von dicken Balken, zwischen welchenErde und Steine angeschüttet waren. Sie waren gewöhnlich sehr hoch, sodass sie die städtischen Gebäude vollkommen deckten. Die Thürme (War-ten, Geschützräume), an verschiedenen Punkten aus Stein ausgeführt,waren viereckig, mit oder ohne Dach, und mit Schiessscharten versehen,durch welche mit Bogen und Armbrust geschossen wurde, während vonder höchsten Zinne herab schwere Gegenstände, Steine u. dgl. geworfenwurden. Zum Schutze der Mauern und Thürme gegen Feuer wurden siebisweilen mit Basen bekleidet. In dieser Weise waren Kijew (im12. Jahrhundert), Moskau {1339) und fast alle übrigen grossen Städtebefestigt. Die Befestigung der südlichen Grenzstädte wich hiervoneinigermassen ab. Sie waren von einem Erdwall umgeben, vor welchemin nicht weiter Entfernung sich ein zweiter Aussenwall befand; der leereRaum zwischen beiden (Bolonje, Vorstadt) diente den Bewohnern derUmgegend nebst ihren Heerden zur Zuflucht, wurde auch zu Bautenu. s.w.