132 I. Bis zum Tode Karls d. Gr. (814).
gegenüber den an Zahl schwächeren, aber taktisch vorzüglich organisir-ten und ausgebildeten griechischen und römischen Heeren. Gegen dieschlecht organisirten Feudalschaaren war es fast immer erfolgreich . umso mehr dann, als die Sarazenen begannen den Kampf mit den Ritternzu vermeiden und den kleinen Krieg zu führen.
In der Kunst endlich, regelrechte Belagerungen zu führen , welchedie Sarazenen von den darin sehr weit vorgeschrittenen Griechen ange-nommen hatten, waren sie gleichfalls den Kreuzfahrern bedeutend über-legen, namentlich aber auch dadurch, dass ihnen die Anwendung brenn-barer Stoffe, des griechischen Feuers, und sogar der zum Werfen dessel-ben erforderlichen Maschinen bekannt war (welche Maschinen übrigensden späteren Feuerwaffen bereits sehr ähnlich waren).
Im Uebrigen waren die Kreuzzüge doch nicht ganz ohne nützlichen,wenn auch nur langsamen und entfernten Einfluss auf die Kriegskunst.Hierher ist zunächst zu rechnen die, wenn nicht vollkommene, so dochverbesserte Bewaffnung und Formation des Fussvolks, zu welcher dieNotwendigkeit, die Eigenthümlichkeit der Umstände führte. Ausserdemnahmen, durch die Erfahrung klug gemacht, die Kreuzfahrer von denSarazenen einige Veränderungen oder, besser gesagt, Vervollkommnungenin der Bewaffnung und Kampfart an und führten dieselben in Europa ein.Zur Zeit der Kreuzzüge und besonders nach denselben finden wir in deneuropäischen Kriegen schon häufiger leichte Truppen in Thätigkeit, denkleinen Krieg, ein Ausweichen vor dem Kampfe u. s. w., — mit einemWorte dieselbe Kampfweise, welche die Sarazenen so erfolgreich gegendie Kreuzfahrer angewendet hatten. Damit zugleich treten allmählichmehr leichte Truppen auf, mit leichterer und ihrer Bestimmung besserentsprechender Bewaffnung. Beweis dafür sind die Kriege des 14. Jahr-hunderts, welche unmittelbar auf die Kreuzzüge folgen.