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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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124 I- Bis zum Tode KaiTs d. Gr. (814).

schickten Thaten durch einen achtjährigen Frieden mit den Sarazenenein Ende, welchen sie Damiette zurückgaben, das ihnen ein ganzes Jahrder Belagerung und ungeheure Verluste gekostet hatte!

§.44.Der 5. Kreuzzug (12281229).

Das unglückliche Resultat der Operationen des Kreuzheeres inAegypten und die Rückgabe von Damiette an die Sarazenen gab denAnlass zu einem neuen Kreuzzuge. Europa war indessen für diese Unter-nehmungen schon so gleichgültig, dass Papst Gregor VII. sich genöthigtsah, dem deutschen Kaiser Friedrich II. den Eidschwur abzunehmen,dass er nach Palästina ziehen wolle, und im entgegengesetzten Falle ihmmit dem Kirchenbann drohte. Die Rüstungen zu diesem Zuge geschahenaber so widerstrebend und langsam, dass derselbe bis zum J. 1227 ver-schoben wurde. Aber auch in diesem Jahre erreichte das Heer nicht diebeabsichtigte Stärke, Seuchen und eine plötzliche Erkrankung Fried-rich's IL hinderten die Abreise der versammelten Truppen. Der Nach-folger des Papstes Ho norius, Gregorius IX., belegte den Kaisermirdem Bann. Dessen ungeachtet segelte Friedrich im August 1228nach Palästina, traf im September vor Akkon ein, stiess aber hier vonSeiten der palästinensischen Christen und namentlich der Tempelritterauf feindselige Gesinnung und Widerstand. Nur die Ritter des deutschenOrdens blieben ihm treu. Es gelang ihm jedoch, 800 Ritter und 1000 M.zu Fuss zusammen zu bringen, er rückte gegen Joppe vor und schloss,die Uneinigkeit zwischen den Sarazenen benutzend, einen zehnjährigenden Christen vortheilhaften Waffenstillstand mit denselben , demzufolgeJerusalem, Bethlehem, Nazareth, Rama, Toron und das Land zwischenAkkon, Tyrus, Sidon und Jerusalem den Christen überlassen wurden.Friedrich hielt seinen feierlichen Einzug in Jerusalem (17. März 1229),setzte sich die Krone des Königs von Jerusalem auf, erzwang durchstrenge Maassnahmen Gehorsam, setzte die Festungswerke von Jerusa-lem wieder in Stand und kehrte dann, nachdem er einen Stellvertreterfür sich ernannt hatte, nach Italien zurück, um den Pabst mit Krieg zuüberziehen.

§.45.Operationen in Palästina und Syrien (12301247).

Nachdem Friedrich abgereist war, wurde Palästina der Schau-platz von Streitigkeiten der Christen untereinander um den Thron vonJerusalem. Das Königreich Jerusalem sank, wurde kraftlos und erhieltkeine Hülfe aus dem Abendlande. Obgleich 1239 der König Theobald