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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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66 I- Bis zum Tode Karl's d. Qu. (814)-.

Obotriten (an der Oder) an 53, bei den Wilzen an 95, bei den Luschit-schen an 30, bei den Soraben oder Serben zwischen Elbe und Saale undbis zu den böhmischen Gebirgen an 40 befestigte Städtchen (in der Artder germanischen Schlösser oder Burgen), grösstentheils mit Holz-verschanzungen , welche aber mit Erfolg dem Angriff mächtiger Feindezu widerstehen vermochten. So z. B. setzte die stark befestigte StadtDemmin im Lande der baltischen Pomorjanen dem siegreichen ZugeKarl's d. Gr. und seines zahlreichen Heeres selbst eine Grenze.

Ganz ebenso verhielt es sich in Böhmen und Mähren: hier warenebenso viele feste Flecken als S chu p e n oder Kreise vorhanden, in die dieLänder zerfielen (in Böhmen an 50, in Mähren unter Swjätopolsk 11,darunter die Stadt Dowina. welche im J. 869 die Bewunderung der siebelagernden Germanen erregte). Die Aeltesten der Familien oder Ge-schlechter in jeder Schupa waren verpflichtet, Kriegssteuern zu Kriegs-zwecken zu zahlen und dazu auch verschiedene Arbeiten zu leisten, z. B.Wege, Brücken, Schanzen zu bauen, ausserdem musste jeder Grund-besitzer nöthigen Falls auf seine eigenen Kosten sich zum Kriege aus-rüsten und unterhalten.

Bei den Soraben oder Serben an der oberen Elbe fand gleichfalls dieTheilung in Schupen (Gespane) unter der Verwaltung von Kral's statt,denen dieHospodare und Knjäse (Fürsten) unterstellt waren. Siebefehligten auch die Aufgebote und Schaaren im Kriege. Auch hier gabes befestigte Städtchen.

Bei den Süd-Slawen, Chorwaten, Serben u. A. war besonders dasGemeinde-Familienwesen in Form einer Familien-Gemeindeschaft unterdem Namen Werw oder Sadruga entwickelt. Sie bezweckte Anfangsnoch mehr als die Geschlechts- oder Stammes-Gemeinschaft, welcher siespäter zur Grundlage diente, den Schutz gegen äussere Feinde. Wie dieAeltesten in der Familie, so verwaltete auch die ganze Gemeiudeschaftim Geschlecht und im Stamme Alles, was sich auf Heerwesen und Kriegbezog, wie Aufbringen der Abgaben zu Kriegszwecken, Sammeln derKriegsschaaren und Aufgebote u. s. w.

Eine ähnliche öffentliche und Kriegsorganisation, mit grösseren odergeringeren Besonderheiten, existirte auch bei den übrigen West- und Ost-Slawen. Bei den Letzteren schrieb sich der Hauptunterschied daher,dass sie mehr als die West- und Süd-Slawen von der Berührung mit denwestlichen Franken oder den südlichen Griechen entfernt blieben undnur unter einander oder mit den benachbarten finnischen und türkischenStämmen Kriege führten. Deshalb bewahrten sie länger als Alle ihre ur-sprünglichen, allen Slawen gemeinsamen, öffentlichen und Kriegseinrich-tungen. Ein Unterschied bestand auch darin, dass es bei ihnen anfänglichgar keine Städte gab, dann nur sehr wenige, und diese waren nichts