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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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3. Das byzantin. Eeich, die Slawen, Perser, Araber und Türken. 59

die Legion im Ganzen folglich aus 5500 Mann zu Fuss und 726 Mann zuPferde. Diese Reiterei trug Panzer und kämpfte auf den Flanken derLegion. An Wurfgeschützen befanden sich bei der Legion: 25 Ballistenauf Fahrzeugen, mit 11 Mann Bedienung bei jeder, und je 1 Onager oderHandballista bei jeddr Cohorte, im Ganzen 10, bei der Legion alsozusammen 35 Geschütze. Ausserdem besass jede Legion eine Art vonBrücken-(Ponton-) Train, welcher aus kleinen Kähnen bestand, und dieverschiedensten Arten von Handwerkern und Arbeitern zur Herstellungvon allen zur Belagerung der Städte erforderlichen Maschinen. So, sagtVegetius, bildete jede Legion ein Ganzes, taktisch so zusammengesetzt,dass, wo es sich auch befinden mochte, es alle Arten von Truppen, Ma-schinen und Kriegsmitteln in sich enthielt.

Wenn diese so zusammengesetzte und aufgestellte Legion nicht einenur theoretische Combination des Vegetius selbst ist, sondern wirklichso zu seiner und in späterer Zeit bestand, so erscheint, zieht man in Er-wägung , gegen welche Feinde die Griechen sich beständig zu schlagenhatten, diese Zusammensetzung und Formation der Legion gar nichtschlecht oder unzweckmässig, und es kam nur Alles darauf an, dass dieLegion von gutem Geiste beseelt war. Und wo dies wirklich zutraf, daerwiesen sich auch die äusseren Formen als nutzbringend. Schon dieZeitgenossen selber konnten sie mit den alten Formen nicht mehr ver-gleichen und wenn die Einen die Letzteren vorzogen, so erklärten sichdie Anderen für die neuen. Zu den Letzteren gehörte u. a. Proko-pius, welcher auch wobl der byzantinische Herodot genannt wird. Errühmt besonders die Bogenschützen seiner Zeit in Brust- und Bein-harnisch, mit Pfeilen an der rechten, dem Schwerte an der linken Seite,Einige ausserdem noch mit Lanze und kleinem Schilde auf dem Rücken,der den Nacken und Kopf auch nach den Seiten schützte. Sie waren zuPferde und konnten in vollem Galopp ihre Geschosse nach vorwärts oderrückwärts entsenden. »Einige«, sagt er in der Geschichte seinerzeit,»gedenken nur mit Anerkennung und Bewunderung des Alterthums, sielegen auf die neuen Ordnungen keinen besonderen Werth, obgleich geradedurch diese die wichtigsten und bemerkenswerthesten Resultate erreichtworden sind«.

Man muss indessen sagen, dass die eben dargestellte Formationund Aufstellung der byzantinischen Legion weder ganz unbedingt zuglauben, noch ganz anzuzweifeln sind. Die Stärke derselben aber, welcheVegetius zu 6, 7 und sogar 8000 Mann von allen Truppengattungenund allen dazu gehörenden Uebrigen angiebt, ist sehr zweifelhaft, dennes ist gewiss, dass schon Cons tantin d. Gr. die Stärke der Legion auf3000 Mann und darunter herabgesetzt hatte, und dass sie nach ihm bisauf 2000 und sogar 1000 Mann herabging.