56 I- Bis zum Tode Karl'sd. Gr. (814).
engem Zusammenhange. Sie alle waren dem Oberbefehle des schonerwähnten Magister officiorum unterstellt.
Aus den Grenz- und Provinzial-Truppen wurden gewöhnlich auchdie Leibwachen der Feldherrn gebildet, welche an der Spitze von Armeenstanden (wie z. B. Belisar). Diese Leibwachen-Corps stellten immerden Kern und besten Theil der Armee dar, nicht selten in der Stärke biszu 6 oder 8000 Mann. Durch den Eid der Treue an die Person des Feld-herrn gebunden, waren diese Corps die zuverlässigsten, stärksten undtapfersten Truppen des Heeres, befanden sich in der Schlacht stets beider Person des Feldherrn, schützten denselben und waren in jeder Hin-sicht seinen persönlichen Diensten geweiht. Zu denselben wurden ge-wöhnlich solche Leute ausgewählt, welche sich durch besondere Kriegs-thaten hervorgethan hatten, und diese auserlesenen Schaaren öffnetenund zeigten den übrigen Truppen den Weg, entfernten die Hindernisseauf demselben und entschieden den Sieg. Man kann sie also auch ge-wissermassen mit den westeuropäischen Comitaten der Optimaten ver-gleichen.
Ueberhaupt stand der griechische Dux sehr hoch im Reiche und inden Augen Aller, er führte den Titel Spectabilis, trug einen Purpur-mantel, einen silbernen oder vergoldeten Gürtel, Helm und Schild, undeinen Ring mit 2 Edelsteinen. Stets warteten ihm 2 Offiziere niederenGrades auf, und vor ihm her gingen 6 Apparitores (in der Art, .wie diealten römischen Lictoren).
In dieser Lage verblieben die Grenzertruppen und namentlich die siebefehligenden Duces nur so lange, als sie der Politik der Kaiser entspra-chen. Einige dieser Letzteren vernachlässigten sie, ihre Bedeutung nichterkennend, Andere deshalb, weil sie die Duces fürchteten. Sogar Ju-stini an machte davon keine Ausnahme, indem er nicht allein vieledieser Corps ohne die nöthige Unterstützung Hess, sondern einige dersel-ben sogar aus dem Dienste entliess.
Die Legionen nannten sich häufig numeri und hatten ihre eigenenNummern oder andere Benennungen, die Reiter-Rotten wurden vexil-lae oder cunei equitum genannt (Reiter-Keil, keilförmige Aufstellung;.
Die Hülfstruppen [foederati, in der Art der altrömischen Bundes-genossen oder socii populi romani) bestanden aus fremdländischen angren-zenden, nicht angesiedelten Völkerschaften, welche zu dem Grenz-Kriegs-dienste des Reichs herangezogen wurden, und Sold, Lebensunterhalt undLändereien au den Grenzen erhielten. Ihre Sitten und Gebräuche bei-behaltend, zeichneten sie sich meist durch Eigenmächtigkeit, Meutereienund Plündern aus.
DieBefehlsführuug der Truppen hatte, von oben anfangend, folgendeGrade: an der Spitze des gesammten Heeres standen dieMagistri,