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1 (1893)
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334
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334 HL Ottonen. § 3. Gandersheim. Quedlinburg.

§ 3. Fortsetzung. Gandersheim. Quedlinburg.

"Während die schwerfällige, von Fehlern keineswegs freie SpracheWidukinds von den gelehrten Studien in Corvey eben kein günstigesZeugnifs ablegt, überrascht im Kloster Gandersheim die NonneHrotsuit, wie sie selbst übersetzt: clamor validus Gandeshemensis,durch ihre klassische Bildung und ihre grofse Herrschaft über dieForm des Ausdruckes; ihr bedeutendes Talent war durch eine sorg-fältige Schulbildung unter der Leitung der Rikkardis entwickelt, undsie hatte dann diese Studien unter der Leitung der Nichte desKaisers, Gerberga, fortgesetzt. Sie bearbeitete verschiedene Gegen-stände aus der älteren Kirchengeschichte in metrischer Form undverfafste darauf auch sechs Komödien über verwandte Stoffe, weiles ihr anstöfsig war, dafs der leichtfertige Terenz überall mit sogrofsem Yergnügen gelesen wurde. Doch diese Seite ihrer dich-terischen Thätigkeit, in anderer Beziehung weitaus die wichtigste,liegt unserer Aufgabe fern.

In ähnlicher Weise wie Widukind wurde aber auch Hrotsuitdurch die glänzenden Thaten Otto's des Grofsen der Geschichte derGegenwart zugeführt; ihre Aebtissin Gerberga (959—1001), HerzogHeinrichs von Baiern Tochter, forderte sie auf, ein Heldengedichtzum Preise ihres Oheims zu verfassen 1 ), welches dem Erzbischof "Wil-helm von Mainz, dem Sohne des Kaisers, überreicht werden sollte.

Uebersetzung des "Wid. (2. Ausg.) S. 138—147. Merkwürdig ist auch :• Einarabischer Berichterstatter aus dem 10. oder 11. Jahrhundert über Fulda,Schleswig, Soest, Paderborn u. a. deutsche Städte. Zum ersten Mal ausdem Arab. übertragen, komm, tu mit einer Einleitung versehen von GeorgJacob. Berlin, Mayer u. Müller 1890.

! ) Hrotsuithae Carmen de gestis Oddonis I imperatoris ed. Pertz, MG.SS. IV, 317—335. Die Werke der Hrotsvitha, herausgegeben von Dr. K.A. Barack (mit Verbesserungen aus der Pommersfelder Handschrift), Nürnb.1858. Uebersetzung der beiden historischen Gedichte von Pfund, 1860;Geschichtschr. 2. Ausg. 1888, Bd. 32 (X, 5). Vgl. "W. Giesebrecht, Gesch.d. Kaiserzeit I, 780; Maurenbrecher S. 57—62; R. Koepke, Hrotsuit vonGandersheim, (Ott. Studien II) 1869 mit Facs. der Handschrift. Auf derRückseite des letzten Blattes ist nach C. Hoefier altglagolitische Schrift,was in St. Emmeram nicht auffallen kann; Pfeiffers Germania XV, 194.Vgl. über das Verhältnifs zu Widukind die oben S. 328 angeführten Auf-sätze von Waitz. Aschbachs Angriffe gegen die Echtheit der Werkebedürfen kaum der Erwähnung; Koepke hat endgültig damit aufgeräumt,wenn auch A. selbst in seinem neuesten Werke es nicht zugeben wollte.Hugo Graf von Walderdorff hat in den Verhandlungen d. hist. V. v. Ober-pfalz u. Kegensb. XXIX, 16 die Inhaltsangabe der Handschrift aus demCatalog der Bibl. v. St. Emm. von 1500 mitgetheilt, die wohl schon vor