Druckschrift 
1 (1893)
Entstehung
Seite
319
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Otto n und III. Heinrich IL 319

Heinrich II war in seiner Kindheit zum geistlichen Standebestimmt, und erhielt in Hildesheim, später unter Bischof WolfgangsLeitung in Regensburg eine gelehrte Erziehung 1 ); wissenschaftlicheThätigkeit förderte er nicht unmittelbar 2 ), aber seine Bestrebungenfür die Reform verwilderter Klöster kamen auch den Schulen zuGute, wovon namentlich die Geschichte des Bischofs Godehard vonHildesheim ein Beispiel giebt, und die Stiftung des neuen Bisthumszu Bamberg, welchem er es auch an Büchern nicht fehlen liefs,eröffnete den gelehrten Studien eine neue Stätte 3 ). In 54 schwer-fälligen und schwülstigen Hexametern pries Abt Gerhard von Seonzwischen 1012 und 1014 die neue Stiftung 4 ), und mit nicht mindergesuchten und pedantischen Anreden in Prosa und in Versen be-gleitete der Bamberger Diaconus Bebo Abschriften von Büchern,welche der Kaiser hatte machen lassen; er rühmt darin HeinrichsBemühungen, den Landfrieden herzustellen, und seine Schilderungvon Benedicts VIII Besuch in Bamberg 1020 ist von Adalbert inseiner Biographie Heinrichs II benutzt worden 5 ).

Auch in der Todtenklage um Constantius den Scholasticusvon Luxeuil schildert Gudinus den Kummer des Kaisers, dafsseines gleichen nicht mehr zu finden sei 6 ). Dem Kloster Corveyschenkte ein Kaiser Heinrich, der aber auch ein späterer sein kann,eine Handschrift aus Unteritalien, welche das Autograph von Lan-dolfs Historia miscella (oben S. 166) und Vegetius enthielt 7 ).

Bilder von Otto III und Theophano auf dem kostbaren Einband des gold-geschriebenen Evangeliar in Echternach, jetzt in Gotha, s. Lamprecht, DerBilderschmuck des Cod. Egberti u. des Cod. Eptern. im Jahrbuch d. Vereinsv. Alterthumsfreunden im Rheinland, LX (1881) S. 56112.

') Hirsch, Heinrich II, I, 9092. Giesebr. Kaiserzeit II, 78, 604.

2 ) Giesebr. II, 605.

3 ) Ausführlich handelt darüber Giesebrecht, II, 5265, vgl. 600, undHirsch, Heinrich II, Band IL Ein dazu gehöriger Catalog NA. V, 624.

4 ) Hirsch, Heinrich II, I, 554. Jaffe, Bibl. V, 482.

5 ) Gedr. v. Gutenäcker im 25. Bericht d. hist. Vereins zu BambergS. 138. Hirsch a. a. O. S. 545554. Jaffe, Bibl. V, 484497. ErgänztGiesebr. II, 581.

6 )Heinricus in Romano residens palatio et arcana sapientum com-probans ingenio, dolet nusquam inveniri similem Constantio." Mab. Anal,p. 217. Dumeril (1843) S. 280; vgl. über Constantius die Unterschrift desCod. Bern. 87:Ego Constantius peccator et indignus sacerdos S. PetriLuxov. coenobii scripsi ad serviendum ei hos libros Boetii de geometriadiebus tantum XI infra Idus Jun. et VI. Kai. Jul. a. M. Bill, ab ine. Domini,conversionis autem nostrae IL praeeepto pii patris Milonis. Sit ergo utentigratia, scriptori venia, fraudatori anathema." Cantor, Mathem. Beiträge(1863) S. 404, und correcter bei Grandidier, Oeuvres hist. (1865) II, 236,Hagen, Catal. Bern. p. 107. Die Handschrift hatte Bischof Werinhar derStrafsburger Kirche geschenkt.

7 ) Cod. Pal. 909, Arch. Xn, 344. Nach Bethmann wäre die Inschrift