318 HI. Ottonen. § 1. Allgemeines.
beschäftigten 1 ). Hrotsuit feiert ihn als einen zweiten Salomo. Erzog Gerbert wieder an sich, und noch ist uns ein Fragment derDisputation erhalten, welche dieser 980 vor dem Kaiser zu Ravennahielt gegen den berühmten Magdeburger Lehrer Otrich, den Ottoebenfalls an seinen Hof berufen hatte 3 ). Auch der Abt Adso vonMontier-en-Der, einer der berühmtesten Gelehrten Frankreichs, wardabei zugegen, nebst einer grofsen Menge von Scholastern oderGrammatikern 3 ). Auch von S. Wolfgang wird uns berichtet, dafs ervor diesem Kaiser gegen einen Ketzer disputierte. Den BischofGumpold von Mantua veranlafste er, das Leben des heiligen Wen-zeslaus zu beschreiben.
Kurz vor dem Tode des alten Kaisers, im Jahre 972, besuchtenVater und Sohn das Kloster St. Gallen. Der Vater fragte nach demalten Notker, dem gelehrten Maler und Arzte, mit dem BeinamenPfefferkorn; schwach und erblindet safs er auf einem Sessel. Aufdas Geheifs des Vaters führte der junge Kaiser ihn herbei, und derAlte leitete ihn nach zärtlicher Umarmung sorgsam ins Kloster undsetzte ihn an seine Seite. Otto II aber liefs sich nun hier dieBibliothek öffnen und nahm, von den reichen Schätzen derselbengelockt, eine Anzahl der besten Bücher mit sich fort; einige gaber auf Ekkehards Bitte später zurück 4 ).
Otto III endlich wurde von seiner Mutter Theophano, von demCalabresen Johannes und Bernward von Hildesheim auf das sorg-fältigste erzogen 5 ), und sein wissenschaftlicher Verkehr mit Gerbertist weltbekannt; wie es nur zu leicht geschah, wendeten ihn dieseganz auf fremdländischen Grundlagen beruhenden Studien vom vater-ländischen Wesen ab, und störten die harmonische Entwickelungseines Geistes 6 ).
') Richer III, 67.
2 ) Richer III , 55 ff. Vgl. Büdinger S. 52 ff.
3 ) In Frankreich soll um diese Zeit Fulco bonus von Anjou (938 bis958) vom König verlacht sein, als er in choro S. Martini mit den Cano-nikern sang. Er schrieb darauf dem König: „Noveritis domine, quia rexilliteratus est asinus coronatus". Gesta consulum Andegavensium c. 5;vgl. Doctrina Abaelardi bei Wright und Halliwell, Reliquiae antt. I, 1(5,und das Schachbuch, Zeitschr. f. D. Alt. XVII, 204.
") Casus S. Galli, MG. SS. II, 147.
5 ) Giesebrecbt Kaiserzeit I, 670. 846. Lüntzel, Bernward S. 14. Vgl.H. Düker, Der über mathematicalis des h. Bernward im Domschatze zuHildesheim, Hild. Progr. 1875. Dieses Buch, welches B. für den Unter-richt gebraucht haben soll, ist die Arithmetik von Boethius mit Glossen.Vgl. die Verse bei Giesebr. I, 889, und über die von Joh. Galaber anOtto III gekommenen Bücher Val. Rose im Hermes VIII, 46; Giesebr.I, 850.
G ) Ueber ein von Liuthar ihm dargebrachtes Evangeliar, und über die