Abbo von Saint-Germain. 299
nungen anderer Art ist nur noch die poetische Behandlung der Be-lagerung der Stadt Paris durch die Normannen -vom November 885bis 886 und der weiteren Kämpfe bis 896 zu erwähnen, verfafstvon Abbo 1 ), einem Mönche von St. Germain-des-Pres, zur Verherr-lichung seines Heiligen; schätzbar durch ihren Inhalt, da der Dichterdiese Ereignisse selbst mit durchlebt hatte, aber kaum als Geschichts-werk zu rechnen, in sehr gezierter und gesuchter, oft kaum ver-ständlicher Sprache. Im allgemeinen überwog in Frankreich nochmehr als in Deutschland die Richtung auf theologische und philo-sophische Gelehrsamkeit; die kirchlichen Fragen beschäftigten dieGeister im höchsten Grade und die wissenschaftliche Thätigkeit,
Veromandenses ed. Bethmann SS. XVI, 507, von 793—991 meist gleich-zeitig, aber dürftig; Enyolismenses ed. Pertz SS. XVI, 485, von 815—870und noch dürftiger fortgesetzt 886—930. 940—991 (daraus mit einigenZusätzen C/iron. Aquilanicum SS. II, 252, und Ann. Engolismenses SS. IV, 5);Lugdunenses I, 110 von 769—841. (Catal. archiepp. Lugd. s. IX. s. NA. VIII,624); Masciacenses SS. III, 169 von 732—821 und fortgesetzt 832—1013,von Massai im Berry; Verse auf dieses Kloster unter dem Abt Odo (935bis 967) verfafst, bei Senebier, Catal. des Manuscrits de Geneve p. 130;H. Hagen, Carm. med. aevi, p. 112; Ann. Floriacenses Ti, 254 von 864 bis1060; Nivernenses a. 509—1188, SS. XIII, 88—91; S. Victoris Massilienses(darin Baränonenses) 538—1542, SS. XXIII, 1—7; vgl. Arnold S. 61; Kritikd., Ausgabe, u. Ausgabe v. Albänes, Melanges d'Arch. et d'hist. VI. dePEeole franc. de Rome. Dazu Todtenklage um den 1017 gest. GrafenRaimond von Barcelona, NA. III, 407. Zwischen 1330 und 1338, angeblichnach einer verlorenen Chronik über und aus Karls des Kahlen Zeit ver-fafst, in der That aber ganz fabelhaft, begründet auf ein zur Bewirkungder Canonisation spät verfafstes Leben ist: Le roman en vers de tres ex-cellant, puissant et noble homme Girard de Rossillon, jadis duc de Bour-gogne, publie par Mignard, ä Paris 1858; vgl. Revue hist. VIII, 216; PaulMeyer: La Legende de Girart de R. in d. Zts. Romania, 1879. Uebers.mit Einl. von dems. 1884. A. Stimming: Ueber d. provenz. G. de R. 1888.J ) Abbonis de bellis Parisiacae urbis libri III ed. Pertz, MG. SS. n, 776bis 805. Sep. Abdr. 1871. Vgl. E. A. Freemann's Essay: The early siegesof Paris. Dümmler, NA. IV, 556. Das dritte Buch, hinzugefügt, um derheiligen Dreizahl zu genügen, ist nur allegorisch gramm. Inhalts und be-steht fast ganz aus seltenen, schwer verständlichen Worten. Doch ist esmit Glossen für den Unterricht versehen u. auch abgesondert abgeschrieben,gedr. in Mangearts Catal. de Valenc. S. 656—659. Abbo's KlosterbruderAimoin giebt in seinen zwei Büchern de S. Oermani miraculis ebenfallsNachrichten über frühere Verheerungen der Normannen; s. über seineSchriften Baehr S. 243; Ebert II, 352, NA. IV, 543. Vgl. NA. XII, 447,über eine K. Odo gewidmete poet. Bearbeitung. Die von Aimoin aufge-nommene Translatio S. Germani a. 845 Anal. Boll. II, 69—98, MG. SS. XV,10—16. Translatio S. Mederici (Mab. III, 1, 14. Acta SS. Aug. H, 524)in Paris 884 durch Bischof Gauslin, Abt von St. Germain und St. Denis,enthält sonst keine Nachrichten. Translatio S. Bertae (Mab. III, 1, 454.Acta SS, Jul. II, 54) von Blangi bei Amiens 895 nach Erstein im Elsafs,um sie vor den Normannen zu retten, gedenkt einer Synode zu Tribur,wo die Aebtissin Rotrudis von Erstein anwesend war. Auszug Ex Mira-culis et transl. S. B. ed. L. de Heinemann, SS. XV, 564.