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1 (1893)
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148
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148 II- Karolinger. § 3. Annaion.

790 bis 799 erhielten 1 ). Diese Annalen verbreiteten sieh weithindurch die Klöster Schwabens und gelangten auch nach Hersfeld, woan diesen Anfang Lamberts Geschichtswerk sich anlehnte, währendauf den aus gleicher Quelle stammenden Reichenauer Annalen Her-mann der Lahme seine Chronik erbaute.

Besonders merkwürdig sind die von Pertz in einer Handschriftdes Klosters St. Germain-des-Pres entdeckten Annalen 3 ), welcheim Anfang des neunten Jahrhunderts aus einer älteren Handschriftabgeschrieben sind, und wie gewöhnlich zur Eintragung der dortigenAnnalen benutzt wurden. An der Spitze stehen hier ganz kurzeAnnalen von Lindisfarne (643—664), einem Bisthum auf einerder kleinen Inseln an der Ostküste von Northumberland, jetzt Holy-island bei Berwick, welches von Hy aus begründet war. Darauffolgen von 673 bis 690 Notizen aus Canterbuiy. Nach Pertz' Ver-muthung war es Alcuin, welcher diese Handschrift mit sich anKarls Hof brachte, wo er von 782 bis 787 (792) die Namen derOrte eintrug, an welchen Karl in diesen Jahren das Osterfest feierte.Daran haben nun die Mönche von St. Germain ihre eigenen Annalengefügt 3 ), als deren Grundlage jetzt Annalen von Saint-Denis bis

i) Ann. Guelferbyt. 741—790, MG. I, 22—31; 40—44 neben den Alam.und Nazariani; dann folgen die weiteren Portsetzungen der Guelf. undAlamannici. Neue Ausg. der Alam. nach dem in Zürich wiedergefundenenOriginal von Henking, Mitth. z. vaterl. Gesch. XIX, S. 224—265. Ar-nold, S. 37—42, leitet die Forts. 771—790 und 790—799 von den Hof-annalen ab; desgl. Seraphim S. 32—39. Nach Dünzelmann wären dieAlam. erst um 800 compilirt u. schöpften aus den Lauresh. u. Guelferby-tanis, NA. II, 511. Untersuchung von Henking a. a. 0. S. 347 ff. Danachist bis 799 noch eine gemeinsame Quelle kenntlich, Fortsetzung der vor-hergehenden, welche theils in Gorze, thfeils in Murbach überarbeitet wurde.Vgl. über die weitere Verbreitung dieser Annalen Waitz in Schmidts Zeit-schrift II, 51.

2 ) MG. SS. IV, 2, Ann. Alcuini. Ein ähnliches Exemplar bis 792, mitVerbesserungen, aus Saint-Benöit sur Loire, bei Delisle, Catal. du FondsLibri, p. 70.

3 ) Ann. S. Germani minores 642—919, im Anfang des zehnten Jahr-hunderts geschrieben, den Murbacher und besonders den Ann. Aug. bre-vissimi (SS. III, 136) verwandt (vgl. Seraphim S. 73—75), von geringerBedeutung; die Fortsetzung 923—1146 sehr dürftig. Die Annales S. Ger-mani Parisiensis 466—1061, III, 166—168, sind im elften Jahrhundert ge-schrieben und meist localen Inhalts, a. 987 ist, wie Dümmler bemerkt,captum irrig in Capetus verändert. Die Translatio S. Germani (755) beiMab. III, 2, 104—118, Acta SS. Mai. VI, 788—796, beschreibt die Trans-lation, bei welcher Pippin geholfen und Palaiseau geschenkt haben soll.Dafs die Erzählung Karl dem Gr. in den Mund gelegt wird, hielt ich fürFiction, sie wird in Schutz genommen von Oelsner, Pippin S. 501, undjetzt auch von Waitz, Ex translationibus et miraculis S. Germani Excerpta,SS. XV, 5—9. B. Simson, Jahrb. Karls I, 9, verhält sich skeptisch, umso mehr, da Aimoin die Schrift nicht kennt.