Annales Maximiniani, Murbaconses. J47
benutzte Annalen sind nachgewiesen die Mosellano-Laureshamenses,d. h. die gemeinsame Quelle beider, und die Petaviani noch 778,vielleicht 779, dann die Laurissenses mit Zusätzen aus einer unbe-kannten Quelle, bis 811, wo ein Abschnitt derselben, das Ende einerBearbeitung, wahrscheinlich ist. Eigentümlich aber ist von 786 bis796 die Benutzung von Annalen, welche wegen besonders hervor-tretender Berücksichtigung von Baiern dort geschrieben zu seinscheinen, und welche wie B. Simson zuerst bemerkt, ebenfalls undebensoweit in den Annales Xantenses benutzt sind. Ebensoweitreicht auch die von Arnold nachgewiesene Verwandtschaft mit denJuvavenses minores, welchen die Mos. Laur. fremd sind; sie trittaber auch schon früher, schon 743, und überall da hervor, wo nichtdie Mos. Laur. Quelle sind, so dafs also die Existenz einer anderen,den Laurissenses majores verwandten Redaction fränkischer Annalenanzunehmen ist, an welche die Fortsetzung von 786 bis 796 sichanschlofs. Berührung ist auch mit den Ann. Juvav. maj. undS. Emmerammi maj. vorhanden, welche nach "Waitz von den Maxi-miuiaui direct oder mittelbar abhängig sind 1 ). Wir werden auf diesesWerk noch zurückkommen.
Andere gleichzeitige Aufzeichnungen, welche nach dem Fundortder Handschrift Guelferbytani genannt werden, beginnen erst mitPirjpins Regierung 741. Sie weisen durch die Folge der Aebtedeutlich auf das 727 gegründete Kloster Murbach in den Vogesen,und verfolgen die Reichsbegebenheiten nicht so gleichmäfsig wie jeneanderen Annalen, welche wir mit ihnen gemischt bis 768 in denAnnales Alamannici und Nazariani wiederfinden, deren Anfangvon 708 an ebenfalls den Annales Mosellani entnommen ist. Von771 bis 790 folgt hier eine weitere Fortsetzung, von ganz allgemeinemCharakter, welche in den Annales Nazariani am vollständigsten er-halten, im Wolfenbüttler Codex allein noch bis 805 weitergeführtist 3 ), während die Annales Alamannici eine selbständige Fortsetzung
') Diese Ansicht bekämpft wieder Seraphim, S. 66, indem er S. 61bis 73 ausführlich von den kleinen bair. Ann. handelt.
2 ) Für die Jahre 802—805 nach Heigel Auszug einer ausführlicherenVersion der Königsannalen, welche in den Ann. Mett. erhalten ist. S. Heigel:Ueber die aus den alten Murbacher Annalen abgeleiteten Quellen. Forsch.V, 397—403; zustimmend, gegen Arnold, Waitz, Forsch. XX, 391. Sera-phim S. 32—61. — Der von Pertz im Arch. VII, 1018 angeführte Mur-bacher Bibliothekskatalog saec. IX vel X ist gedruckt hei Senebier, Cat.de la bibl. de Geneve S. 77; vollständig von H. Hagen, Neue Jahrbb. f.Piniol. CXVI (1877), 865—871. Doch bemerkt schon Pertz, Arch. VIII,257, dafs er nach Reichenau zu gehören scheine. Geschichtlich ist darinnur Greg. Turon. und Vita et gesta Caroli.
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