Salzburger Annalen. 149
887, mit einer Fortsetzung 919—997 erkannt sind 1 ). Jene Notizenüber die Osterfeier von 782 bis 787 aber finden wir auch in eineranderen Handschrift wieder, jedoch ohne die Bemerkungen ausCanterbury. Dieses Exemplar nämlich hat Arn, der Freund Alcuins,nach Salzburg mitgenommen; die Orte der Osterfeier sind hier bis797 genannt, und dann schliefsen sich Salzburger Nachrichten daran 2 ).In Salzburg selbst hatte man damals aber bereits einheimische ältereAnnalen, deren Spuren sich in den späteren Jahrbüchern vorfinden 3 ).Scheinbar bieten sich uns in diesen viel reichere und vollständigereAufzeichnungen dar, allein es läfst sich mit Bestimmtheit nachweisen,dafs diese erst im zwölften Jahrhundert nach Vermuthungen undgelehrter Berechnung zusammengestellt wurden, um die Dürftigkeitder alten Annalen zu ergänzen. "Wie bedeutende alte Quellen aberverloren, und so lange sie noch vorhanden waren, unbeachtet ge-blieben siud, zeigen uns die von Riezler nachgewiesenen, sehrwichtigen Fragmente, welche Aventin aus einem Buch von „HerzogThesseis Kanzler mit Namen Crantz" gerettet hat*).
Namen aus Lindisfarne finden wir auch an der Spitze der Jahr-
') Annales S. Dionysü, ed. E. Berger, Bibl. de l'Ecole des ehartes XL(1879), 261—295; SS. XIII, 718—721 von Waitz die Annalen mit der indie Ann. S. Germ. min. übergegangenen Fortsetzung; aus den weiterenFortsetzungen nur Auszüge.
2 ) Ann. Juvavenses majores 550—855, 976, leider mit einer grofsenLücke in der wichtigsten Zeit, MG. I, 87 nach Eckhardt. Benutzung derAnn. S. Amandi, wie Giesebreeht a. a. 0. S. 228 meint, scheint mir zweifel-haft. Ann. Juvavenses minores 742—814 (1,88) sind 816 geschrieben; übereine darin benutzte Quelle s. oben S. 147. Nach Auffindung der Hand-schrift in Würzburg sind diese beiden Annalen leider nicht neu abgedruckt,sondern SS. III, 122 mit keineswegs erschöpfenden Berichtigungen undSupplementen versehen. — Ann. Salisb. 499—1049 (I, 89) von 784 angleichzeitig, der Anfang saec. XII ergänzt, vorherrschend local. — AnnalesS. Emmerammi majores 748—823, minores 732—1062, MG. I, 92 bis 94.Wiederholt bei Karl Roth, Verzeichnifs der Freisinger Urkk. von Corb.bis Egilbert (München 1855) S. 89—92 nach der Handschrift; minores jetztauch SS. XIII, 47. Ann. Bau-arici breves 684—811, MG. SS. XX, 8,ohne Grund in zwei Stücke getheilt, zu derselben Gruppe gehörig; vgl.Arnold S. 50.
3 ) Den Ann. S. Rudberti, MG. SS. IX, 758.
4 ) Ein verlorenes baierisches Geschichtswerk des 8. Jahrhunderts,Münch. SB. 1881, I, 247 — 291, vgl. S. 389. Einige Verbesserungen vonW. Meyer: Piniol. Bemerkungen zu Aventins Annalen (Abh. d. Münch.Ak. I. Cl. XVII, III) S. 762. Ders. weist S. 752 den Titel nach: „VitaThessaloni III scripta a Creontio, qui Thessalono fuit ab epistolis, ine. aba. Chr. 771 usque ad a. 796" unter den von Aventin benutzten Quellen.— Spuren davon in den Annales Salisb. cod. Monac. SS. XIII, 237. DioMöglichkeit eines in der Form von „Crantz" wenig verschiedenen Namenszeigt v. Oefele, HZ. LI, 154. Zustimmend Riezler im Nachwort zur Aus-gabe von Aventins Werken III, 577.