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1 (1893)
Entstehung
Seite
141
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Annalen von St. Amand. 141

Gründe entgegengestellt sind. Ein solches Werk müfste deutlichereSpuren hinterlassen haben, und als Regel werden wir doch festzu-halten haben, dafs man mühsam die dürftigen Aufzeichnungen zu-sammen arbeitete, und mit einer uns oft unbegreiflichen Sorglosig-keit häufig einzelne Sätze aus einer zugänglich gewordenen Quelleherübernahm, andere bedeutendere Nachrichten aber unberührt liefs.

Als erste Quellen dieser Art können wir zwar nicht mehr dieAnn. S. Amandi und Ann. Mosellani, wie sie uns vorliegen, betrach-ten, aber doch die etwas reichere Quelle der Ann. S. Amandi bis769 und die Aufzeichnungen, welche den wesentlichen Inhalt derMosellani ausmachen, bis 764 (oder 760?) annehmen. Nach ArnoldsAnsicht wären diese in oder bei Metz (Gorze?) compiliert und imsiebenten Jahrzehnt des achten Jahrhunderts mit eigenen, ziemlichreichhaltigen Zusätzen vermehrt, die bis c. 771 reichten. Diesesnicht mehr vorhandene Werk betrachtet Arnold als die gemeinsameQuelle der Annales Petaviani, die nebenbei bis 737 noch ein Exem-plar der Ann. S. Amandi oder ihrer Quelle benutzten, und seit 760einen officiellen Charakter tragen, der Annales Maximiniani, dienebenher noch andere Quellen benutzten, und wieder eines verlore-nen Werkes, das im ersten Theile durch Notizen über Angelsachsenvermehrt war, und fast ganz rein vorliegt in den Ann. Mosellaniund den Ann. Laureshamenses. Doch hat in Betreff der AnnalesMaximiani G. Waitz dieser Annahme sehr entschieden widersprochenund dadurch das ganze künstliche Gebäude erschüttert.

Die Annales S. Amandi 1 ) haben diese Benennung von Pertz

') Annales Sanofi Amandi a. 687—810, MG. I, 6—11. Die nach demBesitzer der Handschrift genannten Ann. Tiliani (ib. p. 6—8) sind von 708bis 737 nach Arnold, S. 53—55, aus der Quelle der Ann. S. Amandi ge-flossen, in ihrem zweiten Theil 741 bis 807 (S. 219—224) aus den Ann.Lauriss. entnommen. Zu erkennen sind die Notizen bis 771 auch in dendürftigen Ann. Sangallenses Baluzii p. 63, e cod. 124, welche nach Arnold,S. 42—47, aus der von ihm angenommenen Compilation stammen, weiter-hin aus den Hofannalen. Ausg. v. Henking, Sanctgaller Mitth. XIX,224—265; nach S. 340 stammen sie bis 764 aus gleicher Quelle mit d.Ann. S. Amandi u. sind auch weiterhin ein Auszug, nicht Original. DieAnn. Laubat. SS. I, p. 7—12. 15. 52, und ihre Gruppe behandelt Arnold,S. 55 — 61. Er erkennt in den Laubac. bis 814 eine mit einigen Zusätzenversehene Umarbeitung der Ann. S. Amandi, welche kürzer in den Ann.Auscienses, Augienses brevissimi, S. Germani minores, vielleicht ebenso inden Ann. S. Amandi brems (SS. II, 184, von 742 — 855) und Ann. Bawaricibreves benutzt, auch im Chron. Lausonense nicht zu verkennen sei. Ver-wandt, aber ganz unbedeutend, sind die Ann. S. Amandi brevissimi, 760bis 796, SS. XIII, 38, und Ann. Regum Sangallenses, 687—855, SS. XIII,717 u. NA. V, 428. Vgl. über die Laubac. auch B. Simson, Forsch. XXV,375—377. Seraphim S. 8—12, der sie von ursprünglich reicheren Ann.S. Amandi ableitet. — Ann. 759-805 im Cod. Vat. Christ. 213, Arch. XII,