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1 (1893)
Entstehung
Seite
136
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136 n. Karolinger. § 2. Angelsachsen.

frommem Phrasenschwall verweilt. Aehnliche Erscheinungen sindauch in Biographien der späteren Zeit häufig; wo ein Bischof ausdem engen Kreise der Ascetik und bescheidener Pastoraltugendenheraustritt, wo er als Staatsmann zu schildern war, entzieht er sichdem Gesichtskreis seines Biographen. Hier aber ist der Abstandder §§ 3032 von Anfang und Ende so auffallend, namentlich auchder Mangel aller bestimmten Angaben über Bonifatius Erhebung aufden Mainzer Stuhl, die plötzlich als fertige Thatsache erwähnt wird,sowie über die Stiftung des Klosters zu Fulda so unerklärlich, dafsder Verdacht, Lullus Censurstriche möchten hier verwirrend undverstümmelnd eingewirkt haben, kaum abzuweisen ist 1 ). Auch derStreit über die Beerdigung des Märtyrers in Mainz oder in Fuldaist mit keinem Wort berührt. "Willibalds Sprache ist noch weitentfernt von der Reinheit der karolingischen Latinität, aber er be-zeichnet doch schon den Anfang einer besseren Zeit; er hat in derSchule seine Classiker gelesen, und sein Hauptfehler besteht darin,dafs er es zu gut machen will, dafs er im Streben nach einemgewählten Stil in Verkünstelung verfällt, während er doch in denGrundregeln der Grammatik noch keineswegs sicher ist 2 ).

Sickels und Oelsners Meinung, dafs 754 das richtige Jahr sei, wird mitsehr erheblichen Gründen bekämpft von C. Will in d. Tüb. theol. Quartal-schrift 1873 S. 510533, worauf er auch in den Regesten der MainzerErzbischöfe S. 30 verweist.

1 ) Vgl. die Einleitung B. Simsons zur Uebersetzung. Die Feindschaftzwischen den Fuldern und Lull, dem Gründer von Hersfeld, ist bekannt;bei Arndt, zur Uebersetzung der V. Bonif. S. 130, ist das Privilegium desPabstes Zacharias für Fulda aus der Bonifazischen Briefsammlung mitge-theilt und wahrscheinlich gemacht, dafs aus dem Mainzer Exemplar das-selbe ausgeschnitten ist. Ohne Kenntnifs hiervon erweist Th. Sickel dieEchtheit jener Bulle in den Beiträgen zur Diplomatik IV, 4773. Vgl.Bibl. III, 228. Oelsner, Jahrbb. S. 487. Hahn, Forsch. XV, 87. Ewald,Regesta Pontiff. 2293. Im Prolog hat Willibald die Epistola Victuriibenutzt nach Br. Krusch, NA. IV, 171.

2 ) Ausgabe von Pertz, MG. SS. II, 331353. Uebersetzungen vonH. E. Bonneil, Berl. 1856. 8. Külb, ^ämmtliche Schriften des heiligen Bo-nifacius übersetzt, Regensb. 1859; von B. Simson und von W. Arndt, 1863(diese Geschiehtschr. 13. VIII, 2. in neuer Ausgabe), beide mit berichtigterAbtheilung der Capitel, jene mit sorgfältigem Commentar, Arndt mit Be-nutzung der ältesten Münchener (Freisinger) Handschrift. Nach dieser,grammatisch fehlerhaftesten, und der einsichtig corrigirten Reichenauer vonReginbert, hat Jaffe seine neue Ausgabe gemacht, Bibl. III, 422471. Esfolgen hier noch die Mainzer Passio und Auszüge aus Othloh und demPresb. Ultraiectinus. Eine verkürzte Ueberarbeitung, irrig für älter ge-halten, ist in den Analecta Bollandiana abgedruckt, s. Waitz, NA. VIII,169171. Eine interpolierte Legende, deren Angabe über die Stiftung derKirche zu Hameln mit neuen Erweiterungen in die Hämelsche Chronik desJohann von Pohle übergegangen ist, hat 0. Meinardus in der Zeitschr. d.hist. V. f. Niedersachsen 1882 herausgegeben. Nürnberger, Disquisitt. crit.im Progr. d. Bresl. Matthias-Gynin. 1892.