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1 (1893)
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I. Vorzeit. § 11. Fränkische Heiligenleben.

Auch ein fränkischer Bischof, Emmeram von Poitiers, verliefs,vermuthlich im Anfang des achten Jahrhunderts, seine Heimath, umauf diesem Felde zu wirken, und sein Grab wurde der Grundsteinder Regensburger Kirche; Corbinian, ebenfalls ein Franke, legteden Grund zu der Freisinger Kirche.

Unsere Nachrichten über diese Begebenheiten sind aber leidersehr unzulänglich; für den zuverlässigsten galt der kurze Berichtüber S. Rupert, welcher den Eingang der Schrift über die Bekehrungder Baiern bildet, ihm schienen alte Aufzeichnungen zu Grunde zuliegen 1 ). Und diese, nämlich die ursprüngliche Form der Vita, glaubteFranz Martin Mayer in einer Grazer Hs. gefunden zu haben, worinfreilich von Sprache und Stil des 8. Jahrb. nichts zu spüren ist 2 ).Hiergegen aber hat sich J. Friedrich erhoben 3 ), und aus alten Salz-burger liturgischen Büchern nachgewiesen, dafs man noch lange im9. Jahrh. kein Leben Ruperts besafs und dafs man den 24. Sept.als seinen Todestag feierte 4 ). Nur durch ein Mifsverständnifs hieltman später den Sonntag, an welchem er gestorben, für den Auf-erstehungstag. Die Grazer Vita erklärt Friedrich für die aus derConversio entnommenen Lectionen, beiden aber spricht er allenhistorischen Werth ab, worin er denn doch wohl etwas zu weitgehen möchte. Denn so frei man auch in der Ausschmückung, jaErfindung von Legenden verfuhr, man machte doch nicht leichtseinen Heiligen zum Bischof von Worms und setzte seine Ankunftin ein bestimmtes Jahr eines ganz verschollenen Königs, wenn dafürnicht Notizen vorlagen.

seiner Bischofswürde in Deutschland 789 gestorben, ist ungenau. Zimmer,NA. XVII, 211.

J ) MG. SS. XI, 4. 5. Doch konnte ich dem von Büdinger Oest. Gesch.I, 101 geltend gemachten Grunde für die Abfassung des ersten Theilsunter Virgil nicht beistimmen. Auch hat Blumberger: Ueber die Frage,ob der heilige Eupert das Apostelamt in Baiern bis an sein Lebensendegeführt habe, im Archiv der Wiener Akademie XVI, 2i!5238, mich nichtvon Ruperts Rückkehr nach Worms überzeugt, da es mir unglaublich ist,dafs die Translation der Gebeine vergessen oder unerwähnt geblieben seinkönnte. Andere Gründe dagegen bei AI. Huber: Das Grab des h. Rupert,Arch. d. W. A. XL, 275321. Unbrauchbar ist das nach der Elevationvon 816 geschriebene Leben Trudperts, den man wohl nur wegen derAehnlichkeit des Namens zu einem Bruder Ruperts machte, bei Mone,Quellens. I, 19. Vgl. Stalin I, 167. Rettberg II, 48. Potthast S. 913. Facs.aus den Actis bei Herrgott, Geneal. I, p. XVIII.

) Die Vita S. Hrodberti in älterer Gestalt. Arch. d. W. Ak. LXI1I,595 bis 608. Hauck II, 380 für Veranlassung dieser Vita durch Virgil.

3 ) Münch. SB. 1883. S. 509547.

4 ) So auch in dem aus Regensburg stammenden Veroneser Sacramentar (Saltisburgo). Delisle, Sacram. p. 194.