Sehottenmönche im Elsass. Baiorn. 121
Schotten, und sogar S. Rupert, der Apostel der Baiern, wird ihnenzugezählt.
Freilich sind in Baiern ebenfalls Schotten thätig gewesen, ob-wohl hier die namhaftesten Missionare Franken waren. Die Kirchen-gründungen aber entstanden nach irischer "Weise in der Form vonKlöstern, deren Aebte auch zugleich das bischöfliche Amt verwal-teten. So war es in Salzburg, Regensburg und Freising, und dieRivalität zwischen den Bischöfen und den Klöstern von St. Emmeramund St. Peter zieht sich fort bis in die neueste Zeit.
Es ist kaum glaublich, dafs nicht im Laufe des siebenten Jahr-hunderts einzelne Missionare, Franken und Iren, in Baiern solltenthätig gewesen sein; das Christenthum war äufserlich durch dieFrankenkönige. eingeführt, aber wenig ins Volk eingedrungen undnach der Lockerung des staatlichen Bandes völlig verfallen, dieHerzogsfamilie selbst, heifst es, ungetauft 1 ). Da berief der HerzogTheodo i. J. 696 den Bischof Rupert von Worms zu sich, um daskirchliche Wesen einzurichten 3 ). Er wurde der Begründer des nunfest und bleibend gepflanzten Christenthums in Baiern, der Stiftervon St. Peter in Salzburg, von wo sein Nachfolger Virgil (743 alsAbt, als Bischof 767 bis 784), ein Irländer, das Evangelium auch zuden karantanischen Slaven trug 3 ).
soll von Balther, einem. Seckinger Mönch in einem unfindbaren KlosterHelera ad Musellam, auch einer Stiftung Fridolins zu Ehren des h. Hilarius,entdeckt und wegen Mangels an Pergament und Dinte auswendig gelernt,dann in Seckingen aufgeschrieben und mit einem zweiten Theil aus localerTradition versehen sein. Ich kann darin nur eine Erfindung sehen, wiesie ähnlich auch sonst zur Einführung erdichteter Legenden vorkommen,und halte auch Balthers Namen und die Widmung an einen Notker fürFiction. Vgl. Rettberg II, 29. Stalin I, 166. — Von den Versuchen, dieLegende ganz oder theilweise zu retten, erwähne ich Lütolf: Die Glaubens-boten der Schweiz vor Gallus (Luc. 1871), S. 267 ff. Die Erwähnung einerVita Fredelini in Poitiers bei Petrus Dam. Opp. II, 9, worauf hier Ge-wicht gelegt wird, ist merkwürdig; aber was von diesem gesagt wird,stimmt wenig zu unserer Legende. Seine Existenz und Herkunft sind aller-dings jetzt besser festgestellt. Gegen G. Heer, der einen hist. Kern rettenwill (NA. XIV, 627), G. Meyer v. Knonau im Anz. f. Schw. Gesch. 1889,S. 377.
') Vgl. S. Riezler: Ueber die Entstehungszeit der Lex Bajuwariorum,Forsch. XVI, 409—446.
2 ) Vgl. die Abhandlung von Blumberger: Ueber die Frage vom Zeit-alter des heiligen Rupert, im Archiv der W. Ak. X, 329—368. Gegen dieimmer wiederholten Bemühungen, Rupert dem 6. Jahrh. zuzuweisen, habeich mich in den Heidelb. Jahrbb. 1870 S. 24 ausgesprochen; mir zustimmendRiezler a. a. 0. S. 418; auch Zillner, Streifzüge, in den Mitth. d. Ges. f.Salzb. Landeskunde 1878. Vgl. auch Hauck I, 337—342.
3 ) Die Nachricht aus irl. Annalen von einem Fergil oder Feirgil, ge-nannt der Geometer, der Abt von Aghaboe gewesen war, und im 30. Jahre