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1 (1893)
Entstehung
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120
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120 I- Vorzeit. § 11. Fränkische Heiligenleben.

indem Fr. Bücheier in dem unglaublich barbarischen metrischenProlog das Acrostichon erkannte: Cozberto patri Wettinus verba salutis.Wetti also ist es, der 824 nach seiner bekannten Vision gestorbenist, und dem Abt Gozbert (816837) sein "Werk widmete. Es istdaher noch bedeutend jünger als man früher annahm, wenn manauch schon erkannt hatte, dafs es erst nach 771 geschrieben war.Mancher merkwürdige, namentlich culturgeschichtlich bedeutendeZug ist darin aufbewahrt, aber erst fast zwei Jahrhunderte nachdem Tode ihres Helden geschrieben, darf diese Biographie, wennauch eine alte Grundlage vorhanden war, doch nur mit Vorsicht be-nutzt werden. Vorzüglich auf die Wunder, überhaupt aber auf Ver-herrlichung des Stifters ist das Bestreben des Verfassers gerichtet;im Anfang benutzt er das Leben Columbans, später nur die Tra-dition nicht ohne erhebliche chronologische Verstöfse. Seine Sprachezeigt gegen die frühere Zeit einen erheblichen Fortschritt, doch istsie für karolingische Zeit recht roh und fehlerhaft; hin und wiederfällt rhythmischer Klang mit Reimen auf.

Von Columbans Stiftung Luxeuil ging auch das Kloster Granvalim Baseler Sprengel aus, und das Leben des ersten Abtes Ger-manus 1 ), der um die Mitte des siebenten Jahrhunderts erschlagenist, wurde bald nachher von Bobolen beschrieben.

Noch andere Klöster Alamanniens und des Elsasses führtenihren Ursprung auf irische Mönche zurück und haben es auch nichtan Lebensbeschreibungen ihrer Stifter fehlen lassen, die aber erstspäter entstanden und völlig unbrauchbar sind. Merkwürdig ist, dafsman in späterer Zeit in diesen Gegenden so gewohnt war, die Be-gründer der Klöster aus der merowingischen Zeit als Schotten zubetrachten, dafs man sie in den Legenden unbedenklich dafür aus-gab, wenn auch gar kein Grund dazu vorhanden war; auch Franken,wie Arbogast 3 ), Trudpert und Landelin 3 ), erscheinen da als

>) Mabillon, Acta SS. II, 511 aus Acta SS. Feb. III, 263.

2 ) Mit Arbogast, Theodat und Hildulf soll Florentius zu DagobertsZeit aus Irland gekommen und Bischof von Strafsburg geworden sein, dasKloster Haslach gegründet haben. Die Namen sind nichts weniger alsirisch, die Legende, deren Wunder von anderen bekannten copirt sind,sehr jung und völlig unbrauchbar. Neue Ausgabe der Vita Florentii beiCh. Schmidt, Histoire du Chapitre de Saint-Thomas de Strasbourg (1860),p. 283. Vgl. Kettberg II, 65. Ueber das ganz unbrauchbare Leben Trud-perts s. Anm. 2 auf S. 122.

3 ) Ich rechnete hierhin früher auch Fridolin, glaube aber jetzt, dafsdies ein fränkisch umgemodelter Schottenname ist, da es von ColumbanVerse an einen Fedolius giebt, und auch Petrus Damiani Opp. II, 9 denFredelinus in Poitiers als Schotten bezeichnet. Die Legende (Mone,Quellens. I, 116, alte Uebers. 99111) aber gewinnt dadurch wenig, sie