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1 (1893)
Entstehung
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51
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Leben Severins. Nachwirkungen. 51

Erzbisthum Lorch 1 ). Nachdem dann die Fälschung wohl zugegeben,aber verschiedene Versuche gemacht waren, Piligrim von dem aufihm lastenden Verdachte zu befreien, hat neuerdings Karl Uhlirzalle betreffenden Urkunden einer genauen Kritik unterzogen und istzu dem Ergebnifs gelangt, dafs als Fälscher sich ein Beamter aus derKanzlei Ottos II nachweisen läfst, welcher von Piligrim gewonnensein mufs.

Severins Leben ist der letzte Sonnenblick vor einer Zeit deräufsersten Finsternifs, wie der Abendstrahl durch die Grotte desPosilipp. Erst viel später, und von der andern Seite, von Gallienaus werden wir Deutschland wieder erreichen können. Von dortwurde ihm aufs neue die litterarische Cultur gebracht, vermitteltdurch diejenigen Stämme des deutschen Volkes, welche auf römi-schem Boden sich niedergelassen hatten, und hier die Schüler ihrerFeinde geworden waren. Die Geschichtschreibung, welche sich imrömischen Reiche während der letzten Jahrhunderte entwickelte,bildet die Grundlage der mittelalterlichen, welche mit ihr im un-mittelbaren Zusammenhange steht, und- es ist deshalb nothwendig,dafs wir sie auch hier etwas ausführlicher ins Auge fassen, da sonstdie Entwickelung der deutschen Historiographie nicht verständlichsein würde.

§ 3. Die Anfänge und Gattungen der christlichenGeschichtschreibung.

Baehr, Geschichte der römischen Litteratnr. Supplementland. Die christlich-römischeLitteratur. I. Abtheilung. Die christlichen Dichter und Geschichtschreiber. 1836. Inder zweiten Ausgabe 1872 als vierter Band bezeichnet. Teuffei, Gesch. d. röm Litt,ö. Aufl. 1890. Adolf Ebert, Allg. Gesch. d. Litt, des M. A. im Abendlande. I. Gesch.d. christl. lat. Litt, von ihren Anfängen bis zum Zeitalter Karls d. Grofsen. 2. A. 1890.

Das Mittelalter ist durch keine bestimmte Grenzlinie vom Alter-thum geschieden; lange Zeit laufen beide gewissermafsen parallelnebeneinander her. Das unterscheidende Element ist das Christen-thum, welches das antike "Wesen zersetzt, und theils vernichtet,theils umformt; dann das Eintreten ganz neuer Völker in die Ge-schichte, welche nach und nach den Schwerpunkt ihrer Entwickelungzu sich hinüberziehen. Die classisch-heidnische Litteratur gehörteinem anderen Gebiete an, und liegt unserer Aufgabe fern; allmäh-lich erstarb in ihr das Leben, und auch die Geschichtschreibung

J ) Leipzig 1854. Ueber die weitere Litteratur K. Uhlirz: Die Urkun-denfälschung zu Passau im 10. Jahrh. Mitth. d. Wiener Inst. III, 177—228.

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