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1 (1893)
Entstehung
Seite
30
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30 Einleitung. § 5.

es daher, dafs man angefangen hat, die Quellen einzelner Gegendenselbständig herauszugeben, wobei dann auch das spätere Mittelalterund das sechzehnte Jahrhundert mehr Berücksichtigung gefundenhaben. So erschienen von Mone die badischen Geschichtsquellen,von Grautoff die lübischen, von Lappenberg die bremischen,hamburgischen, holsteinischen, von Stenzel die schlesischen, vonder Gesellschaft der Wissenschaften zu Görlitz die Lausitzer 1 ), vonFicker, Cornelius, Janssen, Diekamp die münsterischen, vonEndlicher die ungrischen, und vielfach sind einzelne Quellenschrif-ten abgesondert herausgegeben. In Böhmen, wo schon früher einerege Thätigkeit auf diesem Felde entfaltet war, legte Palackydurch seine Würdigung der böhmischen Geschichtschreiber denGrund zu einer erneuten kritischen Bearbeitung, und 1853 erschienvon M. Toppen die Geschichte der preufsischen Historiographie,als Vorläufer und Keim der ausgezeichneten Sammlung der Scrip-tores Herum Prussicarum, welche jetzt in fünf Bänden vollendet vor-liegt. Die Städtecbroniken, ein ebenso wichtiges wie schwierigesGebiet, hat die Münchener historische Commission unter ihre Auf-gaben aufgenommen und unter Karl Hegels Leitung sind bereitszwanzig Bände erschienen.

Ueber das viele Material, welches in periodischen Schriften, be-sonders in den Zeitschriften der historischen Vereine niedergelegt ist,orientirt das Repertorium von Walther 1845 und das neuere undzugleich umfassendere von Koner (1856). Eine weitere Fortsetzungfehlt leider.

Doch noch eines Mannes haben wir zu gedenken, der alleinmehr gewirkt hat, als die meisten Vereine, und von dem sich deranregendste lebendigste Einflufs nach allen Seiten verbreitete. J. F.Böhmer, Bibliothekar in Frankfurt a. M. und mit Pertz Directorder Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde 2 ), hatte anfangsdie Redaction der Abtheilung der Kaiserurkunden übernommen, dieseaber später wieder aufgegeben, und sich auf die ursprünglich als

J ) Da gegenwärtig die Schreibart solcher Formen mit kleinem An-fangsbuchstaben durchaus herrschend ist, so scheint es nicht überflüssig,auf J.Grimms Kl. Schriften V, 380 zu verweisen:Ein grobes versehn,dessen sich heutzutage fast alle . . . schuldig machen, ist es in denredensarten Pariser vertrag, Berliner belagerungszustand und zahllosenandern den vorausgesetzten, freilich ungefühlten gen. pl. für ein adjectivzu halten .... Wenn doch einmal grosze Buchstaben gelten sollen, dürfenam allerwenigsten sie solchen appellativen fehlen."

) Ueber seinen Antheil s. Janssen, Böhmers Leben I, 122 ff. Allg. D.Biogr. III, 7678, von Wattenbach.