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1 (1893)
Entstehung
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29
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Uebersetzungen. Locale Sammlungen. 29

§ 5. Andere Arbeiten des neunz ehnten Jahrhunderts.

In weiten Kreisen hat das Unternehmen der Monumenta Ger-maniae anregend gewirkt, es hat als Vorbild gedient in Turin undin England; aber andererseits wurde es auch befördert durch man-cherlei Bestrebungen verwandter Art, und durch die lebhafte Auf-merksamkeit, welche überhaupt für das Mittelalter einmal erwecktwar und bald zu den gediegensten Untersuchungen führte. Raum er,Ranke, Stenzel wirkten in anregendster Weise sowohl mündlichwie schriftlich. Schon 1813 erschien von Fr. v. Raumer das Hand-buch merkwürdiger Stellen aus den lateinischen Geschichtschreiberndes Mittelalters, und die Geschichte der Hohenstaufen (1824) gabdas Beispiel einer lebendigen Benutzung der Quellen, einer aufLeben, Verfassung, Sitte eingehenden Darstellung, welche nicht fin-den Gelehrten allein geschrieben ist. Ranke stellte in seiner SchriftZur Kritik neuerer Geschichtschreiber, welche 1824 als Beilage zuseinen Romanischen und Germanischen Geschichten erschien, dastrefflichste Muster der Quellenkritik auf 1 ), während seine praktischenUebungen, aus denen die Jahrbücher des deutschen Reichs unterden sächsischen Kaisern hervorgegangen sind, die Mehrzahl derälteren Mitarbeiter an den Monumenten ausgebildet haben.

Stenzel gab in seiner Geschichte der fränkischen Kaiser 1828eine rein nach Originalquellen gearbeitete Darstellung, welche umso bewundernswerther erscheint, wenn man den damaligen Zustandder Quellen und den Mangel an guten Hülfsmitteln und Vorarbeitenbedenkt. Vorzüglich aber enthält der zweite Band treffliche Unter-suchungen über einzelne Geschichtsquellen dieser Zeit, und eineausgezeichnete Abhandlung über die bei ihrer Behandlung festzu-haltenden Grundsätze.

Seitdem haben sich diese Bestrebungen in immer weiterenKreisen verbreitet; aller Orten sind historische Vereine thätig fürdie Bearbeitung der vorherrschend localen Quellen. Eine Zeit langwar man vielfach geneigt, alles von den Herausgebern der Monumentazu erwarten, allein bald erkannte man doch, dafs diese die späterenZeiten noch lange nicht erreichen werden, und dafs auch, je mehrmit der Zeit der Stoff anwächst und sich zersplittert, desto wenigeralles ohne Ausnahme Aufnahme finden kann. Sehr zweckmäfsig ist

i) Neue Ausgabe 1874; Ges. Werke XXXIV. Vgl. G. Waitz in denNachrichten von der G. A. Universität 1855, N. 14.