Druckschrift 
1 (1893)
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen
 

Die Monumenta Germaniae. 25

jene noch häufig über die eifersüchtige Verweigerung des EintrittsKlage führten. Hat doch selbst Mabillon in Salzburg, so festlich erauch dort empfangen wurde, keine Handschrift zu sehen bekommen 1 ).

Von nicht geringerer Wichtigkeit als die Correctheit der Texteist aber zweitens die genaue kritische Analyse der Quellen. Nichtnur sind dadurch mehrere früher allgemein benutzte Schriften alsuntergeschoben gänzlich ausgeschieden worden, sondern auch dieechten Chronisten werden erst dadurch dem Geschichtsforscherrecht brauchbar, dafs ihm auf den ersten Blick entgegentritt, wasjedem eigenthümlich, was von anderen entlehnt ist, und woher eres entnommen hat. Zuerst in der Ausgabe des Regino, und seitdem vierten Bande der Scriptores in consequenter Durchführung,wird alles von anderen unmittelbar entlehnte auch durch Petitdruckkenntlich gemacht, was die Benutzung ungemein erleichtert. Daswird jeder zu würdigen wissen, welcher irgend Gelegenheit gehabthat, andere Sammlungen und Ausgaben zu benutzen, wo der ge-wissenhafte Forscher diese Arbeit stets von neuem vornehmen mufs,während freilich viele es sich leichter machen und ohne Unterschei-dung gleichzeitige, spätere und abgeleitete Nachrichten benutzen.

Die Reihenfolge der Quellen ist chronologisch, und zwarin zweifacher Weise, zuerst nach den angegebenen gröfseren Periodenund dann wieder innerhalb der kleineren Abtheilungen. In einersolchen Periode werden nämlich zuerst die Annalen gegeben, strengnach Jahren geordnete, oft gleichzeitige, in der Regel kurze Auf-zeichnungen 2 ). Darauf folgen die Chroniken und Geschichten, welchezum Theil noch die annalistische Form beibehalten, doch nur alsäufsere Gestalt, denn sie sind meistens nicht gleichzeitig und unter-brochen, sondern zusammenhängend, im Rückblick auf einen gröfse-ren Zeitraum aufgezeichnet, und versuchen, über die blofse Auf-zeichnung der Thatsachen hinausgehend, deren pragmatische Ver-bindung und innere Entwicklung nachzuweisen. Den allgemeinerenWerken dieser Art schliefsen sich die Localchroniken an, deren wiraus der älteren Zeit manche von Klöstern und Bisthümern besitzen,während später die Chroniken der Länder und Städte beginnen,und allmählich ganz das Uebergewicht gewinnen. Den Schlufs bil-den die Biographieen und kleineren Erzählungen verschiedener Art,welche nebst den Localchroniken in das lebendige Treiben der Zeit

*) Vgl. darüber B. Pez, Thes. I. Diss. Isagog. p. V.

2 ) In den letzten Bänden ist unter der Leitung von Pertz der Begriffder Annalen immer weiter und, wie mir scheint, übermäfsig ausgedehnt,z. B. auf Albert von Stade, Vincenz von Prag.