156 Sechstes Kapitel.
Zeugnissen des Bodens nur die allergeringste Sorgfalt zu-wenden, und die Production vieler Naturgaben, mit denenCorea gesegnet ist und die allein hinreichen würden, eswohlhabend zu machen, auf fast unverantwortliche Weisevernachlässigt wird. Denn da ein Handel nach auswärtsnicht existirt, so ist natürlich auch keine Abzugsquelle fürdie Landesproducte vorhanden, und es wird eben genugdavon erzeugt, um den sehr massigen Bedürfnissen derBewohner zu genügen. Der auch nicht einmal regelmässigsattfindende Jahrmarkt an der nördlichen Grenze kann da-bei kaum in Betracht kommen — erstlich wird derselbemeistentheils nur von Nordcoreern besucht und dann be-schränkt sich derselbe fast nur auf den Tauschhandel einigerweniger Artikel, coreischerseits auf Tiger-, Zobel- undandere Felle, Papier, Ginsing und geringe QuantitätenGoldstaub, welche von den chinesischen Händlern gegeneuropäische Baumwollwaaren und chinesische Seidenzeugeeingetauscht werden. Obschon die Importation europäischerStoffe schon früher nur auf ein Minimalquantum beschränktwar, so fand der Kegent es für gut, nach der französischenExpedition ein Verbot gegen Einfuhr irgendwelcher euro-päischer Waaren bei Todesstrafe zu erlassen, sodass auchder geringfügige Zufluss vom Norden abgeschlossen wurde,und infolge dessen waren die Preise dafür auf eine ganzenorme Höhe gestiegen. Wollwaaren europäischen Fabri-kats sind im Lande fast ganz unbekannt, obgleich für dieseBranche sich ein grosses Abzugsfeld dort finden lassendürfte, wie denn überhaupt die vorgezeigten Muster derverschiedensten europäischen Artikel überall das grössteInteresse erregten und zu dem allseitig geäusserten WunschAnlass gaben, dieselben eingeführt zu sehen.
Der innere Handel Coreas ist ein sehr beschränkterund auch nicht annähernd so lebhaft wie in China undJapan. Die Haupthandelsstadt des Landes ist Sunto, das