Coreischer Glaube der eigenen Unüberwindlichkeit. 135
überwindlichkeit überzeugt, hatte die coreische Regierunges für unmöglich gehalten, dass eine fremde Macht esüberhaupt wagen könne, in das Land einzudringen —erst seitdem die Expedition des französischen AdmiralsRoze stattgefunden, die ihrer schlechten Führung wegenunglücklich verlief und ganz resultatlos blieb, hat die Re-gierung es für angemessen gefunden, eine etwas bedeuten-dere Macht auf die Beine zu bringen, mehrere der Küstenahe gelegene Städte mit Mauern zu umgeben und Garni-sonen von einigen hundert Mann in dieselben zu legen.Die Rekrutirung und Einübung einer Anzahl Soldaten warinsofern leichter, als man in den nördlichen und mittlemProvinzen über einige tausend Mann sogenannter Tiger-jäger verfügen konnte, die ihren Lebensunterhalt durchJagd auf wilde Thiere gewinnen, und die sämmtlich ge-nügend mit der Handhabung ihrer Waffen vertraut sind,um im Nothfall der Regierung Hülfe leisten zu können,welche man auch während der französischen Expedition inAnspruch nahm, da die Behörden, gänzlich machtlos undunvorbereitet, sich gezwungen sahen, ungefähr tausend Mannderselben in aller Eile zusammenzurufen, um sie den Fran-zosen entgegenzustellen.
War man übrigens früher schon von der Unangreif-barkeit Coreas im Lande selbst überzeugt, so hat sichdiese Ansicht, seit dem fehlgeschlagenen Versuche des fran-zösischen Admirals zu einer wirklich lächerlichen Gewiss-heit herangebildet, und die Coreer, die selbstverständlichauch nicht die leiseste Idee von europäischer Macht haben,glauben der ganzen Welt zu Lande die Spitze bieten zukönnen.
Um gerecht zu sein, muss ich übrigens sagen, dasssie von ihrer Stärke zur See eine etwas bescheidenereMeinung hegen und wirklich einräumen, dass ihre Flotteden Fremden zu Wasser nicht viel anhaben könne. Aller-