136 Viertes Kapitel.
dings ist es auch mit ihrer Seemacht recht erbärmlich be-stellt, und besteht dieselbe aus einigen wenigen verfaultenDjunken, die nahe der Hauptstadt vor Anker liegen, welchesie beschützen sollen. Ein paar wohlgezielte Kanonen-kugeln leichten Kalibers würden hinreichen, die ganze cc~reische Flotte in einer Stunde in den Grund zu bohren.
Die Bewaffnung der coreischen Soldaten ist eine sehrprimitive und besteht aus ganz veralteten, gewöhnlichenLuntenflinten (den sogenannten Matchlocks'), Bogen undPfeilen, sowie aus einfachen und dreispitzigen Lanzen.Die Bogen sind aus sehr starkem, zähem Holz mit Sehnenaus zusammengedrehtem Hanf bespannt, welche Pfeile mit2 Zoll langen scharfen eisernen Spitzen schleudern. DieLanzen, von welchen die dreizackigen Harpunen gleichen,sind sehr einfach gearbeitet, mit langen Holz - oder Bambus-schäften und ungefähr 1 Fuss langen Spitzen. FremdeWaffen sind den Coreern ganz unbekannt. Die Bastionender zahlreichen Forts und Batterien, die an den Ufern derHauptflüsse errichtet sind, deuten an, dass sie in frühernZeiten mit schwerem Geschütz bewaffnet gewesen seinmüssen, jetzt sind sie indess sämmtlich ganz und gar des-armirt und die Kanonen in die Küsthäuser gebracht wor-den. Während der franzosischen Occupation von Kang-whafand man eine bedeutende Anzahl dieser Geschütze beider Stadt vergraben, die allem Anschein nach schon einelange Reihe von Jahren dort gelegen haben mussten; manmachte dabei die allerdings merkwürdige Entdeckung, dassdarunter verschiedene nach einem rohen, wenngleich ganzrichtigen Princip als Hinterlader construirt waren. DieLadung dieser Geschütze wurde durch eine länglichvier-eckige Oeffnung, die am hintern Ende des Laufes und aufdem obern Theil desselben angebracht ist und welche miteinem genau in dieselbe passenden Schieber verschlossenwird, bewerkstelligt und dann mit einer Lunte abgefeuert.