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Ein verschlossenes Land
Entstehung
Seite
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96 Viertes Kapitel.

gleichzeitig die ganze Familie des Begünstigten —> auf sol-chen neugebackenen Adel wird indess lange nicht der Werthgelegt wie auf den ererbten, und der coreische Volkswitznennt die so erhobenen Familien den „Adel ohne Wurzel".

Diesen beiden ersten Rangklassen folgt dann die nume-risch sehr schwache Kaste der sogenannten Halbadeligen,die gewissermaassen den Uebergang zwischen den Edelnund der Bürgerklasse bilden; auch diese besitzen dasRecht, gewisse Aemter aus ihren Reihen auszufüllen, ausdenen vorzugsweise die Regierungssecretäre und die Dol-metscher für das Chinesische rekrutirt werden.

Es folgt alsdann die Bürgerkaste, die aus den bessernund wohlhabendem Ständen der Städtebewohner gebildetwird; im allgemeinen unterscheidet sich dieselbe aber nurwenig von der Masse des eigentlichen Volks, nur dass sievielleicht, nach coreischen Begriffen wenigstens, ein wenigmehr Lebensart und Bildung besitzt, welche letztere inder Erlernung der chinesischen Schriftsprache besteht. Zudieser Klasse zählen die Kaufleute, Industriellen und diemeisten Handwerker.

Die nächste Kaste besteht dann aus dem eigentlichenGros des Volkes, den Landbewohnern, Ackerbauern, Hirten,Jägern, Fischern u. s. w., und ist selbstverständlich die zahl-reichste im Lande.

Zwischen dem Volk und den Leibeigenen, welche dieunterste Rangstufe einnehmen, tritt uns nun noch die merk-würdige Institution der sogenannten „verächtlichen Kasten"entgegen, die sich wiederum in verschiedene Grade ver-theilen. Es hält schwer, etwas über den Ursprung derbesondern Begrenzung dieser Klasse zu sagen, die in pe-cuniärer Beziehung im allgemeinen durchaus nicht die amunvortheilhaftesten gestellte ist, wenn sie auch in socialerBeziehung unter dem eigentlichen Volke steht. Der Könighat indess die Macht und das Recht, selbst einen den ver-