Gründung von Tschaosien durch Kitsü. 47
reiche Kaoli, Petsi und Sinra, über welche wir eigent-lich erst seit 60 v. Chr. im Besitz zuverlässiger Mit-theilungen sind.
Unter der Herrschaft des Kaisers Tscheou, aus derDynastie Chang, der zu Anfang des 12. Jahrhunderts denchinesischen Thron innehatte, war demselben ein Verwandter,Namens Kitse oder Kitsü durch den Freimuth und dieOffenheit misliebig geworden, mit welchem dieser die Re-gierungshandlungen des tyrannischen Kaisers verdammte,um ihn dadurch zum Einschlagen einer mildern Herrschaftzu bewegen. Von seinem Verwandten ins Gefängniss ge-worfen, schmachtete Kitsü in demselben, bis die Rebelliondes Vouvang die Dynastie der Chang stürzte und demTscheou das Leben kostete. Der neue Kaiser gab ihm dieFreiheit wieder, zeichnete ihn aus und wünschte ihn dauerndals Rathgeber an sich zu fesseln; doch wollte Kitsü sichnicht dazu verstehen dem Manne zu dienen, der seineFamilie des Throns beraubt hatte. Er entschloss sich Chinazu verlassen und auszuwandern, zog über den Yalou undHess sich an den Ufern des Flusses Pai-schui (des heutigenTatung oder Pieng-'an) nieder, wo er ein neues Reichgründete und die Stadt Pieng-'an zu seiner Hauptstadt er-kor. Diesen neuen Staat nannte er Tschaosien, huldigte1119 v. Chr. dem Vouvang, erkannte diesen als seinen Lehns-herrn an und gab seinem Lande eine neue Verfassung nachchinesischem Muster. Kitsü selbst regierte viele Jahre undhinterliess das neugegründete Reich seinen Nachfolgern inWohlstand und Frieden. Auch unter diesen blühte dasLand weiter auf und genoss eine lange Zeit der Ruhe, bis dieKämpfe, die im benachbarten China ausgebrochen waren undwelche die Zerstückelung dieses Reiches zur Folge hatten,auch das nahe liegende Tschaosien nicht unberührt lassenkonnten. China hatte sich in sieben selbständige König-reiche getheilt, die Tsou, Tschao, Tsin, Yen oder Yan, Hau,