46 Drittes Kapitel.
3) Tsjo-sen monogatari, Geschichte von Tschaosien.Jedo 1750. 5 Bde.
Spätere geschichtliche Werke chinesischen oder japa-nesischen Ursprungs über Corea sind nicht aufzufinden ge-wesen und ist es fraglich, ob überhaupt dergleichen existiren.Die innere Geschichte des Landes bietet auch seit jenerEpoche wenig des Interessanten dar, und da seit dem Ab-schluss der letzten Kriege der Verkehr mit dem Auslandenur ein sehr beschränkter geblieben ist, und die Politik derAbsperrung von der Aussen weit seitens der Regierung ge-wissermaassen eine Mauer um das Land gezogen hat, so istder Mangel späterer geschichtlicher Aufzeichnungen er-klärlich.
Alte chinesischeChroniken erwähnen der Bewohner Coreasbereits um das Jahr 2350 v. Chr., zu welchem Zeitpunkteinige der nördlichen Stämme nach mehrfachen Kämpfenin ein tributäres Verhältniss zu China getreten sein sollen.Diese abhängige Stellung scheint indess niemals von längererDauer gewesen zu sein, und für mehr als ein Jahrtausendstanden sie ihren Nachbarn bald als denselben völlig unter-worfen, bald ganz selbständig gegenüber, machten selbsthäufige, mit Erfolg gekrönte Einfälle in das chinesischeGebiet, sodass sie während des 16. Jahrhunderts v. Chr.sogar in den Besitz der Provinzen Leautung und Kiangnangelangt waren.
Die ersten wirklich verlässlichen Nachrichten vonhistorischem Werth, die wir über Corea besitzen, beginnenindess erst mit dem 12. Jahrhundert v. Chr., um welcheZeit vorerst der nordwestlichste Theil der Halbinsel aus demDunkel hervortritt.
Diese Berichte zerfallen in mehrere Abschnitte, je nachdem entsprechenden Theile des Landes, von dem sie handeln,so vor allem in die Geschichte des China zunächst ge-legenen nördlichen Theils, sodann in die der drei König-