Fremde Geschiclitsquellen. 45
maassen Ersatz geleistet zu haben. Namentlich sind diejapanesischen Quellen ergiebig und ausführlich, besondersin der Epoche zwischen dem Mittelalter und dem neuernZeitalter, was sich durch die häufigem Beziehungen zwischenden beiden Ländern erklärt, die allerdings meistentheilsdurch feindselige Zusammenstösse herbeigeführt wordenwaren.
Fast unausgesetzt bis zu Anfang des 17. Jahrhundertswar Corea abwechselnd der Schauplatz innerer Zwistig-keiten und Zerrüttungen, oder der Eroberungsgelüste seinernächsten Nachbarn gewesen, die in diesem Lande entwederum die Suprematie untereinander oder um die Oberherr-schaft über das Reich selbst kämpften. Erst seit Beendigungdes letzten Krieges mit Japan, und nachdem auch Chinaseine vielen fruchtlosen Versuche aufgegeben hatte, Coreasendliche Unterwerfung unter die kaiserliche Gewalt zubewerkstelligen, erfreute sich das schwer heimgesuchte Landeiner längern Ruhe, deren die durch fortwährende Kriegeund innere Fehden in ihrem Wohlstand zerrüttete unddeeimirte Bevölkerung zu ihrer Erholung nur zu sehrbedurfte.
Von japanesischen Schriften, die theils als Chronikender eigenen Landesgeschichte mit den Ereignissen des Nach-barvolkes sich befassen, theils sich speciell mit der Ge-schichte Coreas beschäftigt haben, verdienen vor allem dreiBeachtung, deren Aufzeichnungen von besonderm Interesseund Werth sind, und denen wir für Berichte über einengrossen Theil der altern Geschichtsepochen zu danken haben.Es sind dies:
1) Nipponki, Chronik von Japan, von 660 v. Chr. bis696 n. Chr. Veröffentlicht 720 n. Chr. 30 Bde.
2) Nippon-wödai itsi-van, Uebersicht der japanesischenRcgierungsepoehen, 661 v. Chr. bis 1611 n. Chr. Osaka 1795.7 Bde.