44 Drittes Kapitel.
Erscheinen katholischer Missionare. — Ihre Verhaftung und Hin-richtung. — Andere folgen ihnen. — Ihr Erfolg bei Hofe, sie werdenvon der Königin begünstigt. — Mr. Berneux, das Haupt der Mission.— Beschlüsse des Staatsraths zu Gunsten der Eröffnung des Landes. —Warum dieselben nicht ausgeführt wurden. — Anerbieten an Mr.Berneux infolge des Erscheinens russischer Kriegsschiffe und ihm ge-machte Versprechungen----Seine Weigerung. — Tod des letzten Königs
aus der Ni Dynastie. — Adoption des jungen Königs durch die Kö-nigin Witwe. — Der Vater des minorennen Königs bemächtigt sichder Kegentschaft. — Sein Charakter. — Verhaftung von Mr. Berneuxund acht andern Missionaren. — Ihre Hinrichtung. — Entkommen derdrei übriggebliebenen. — Schreckliche Verfolgung eingeborener Christenund aller derer, die sich gegen den Begenten auflehnen. — Gewissen-lose Maassregeln desselben. — Prägung falscher Kupfermünzen. —Depeschenwechsel zwischen dem französischen Charge d'Affaires inPekingund der chinesischen Kegierung bei Anlass der Ermordung der Missio-nare. — Projectirte französische Expedition nach Corea. — Deren Ab-fahrt. — Niederlage und Rückkehr derselben innerhalb acht Tagen. —Admiral Roze. — Zerstörung von Kang-wha- — Die amerikanischeFregatte „Shenandoah". — Unverschämtes Schreiben der coreischenBehörden an den Befehlshaber derselben. — Neue Berichte überZwistigkeiten zwischen Corea und Japan u. s. w. — Schluss.
Unter den Völkern der Erde, die auf einen, wenn auchnoch so geringen Cultmzustand Anspruch erheben, gibt eswol nur sehr wenige, deren-Literatur, was ihre eigene Ent-stehung und Geschichte betrifft, so mangelhaft bestellt istals das der Coreer. Ob sich nun unter den Gelehrten desLandes keiner hat der Mühe unterziehen wollen, oder nie-mand im Stande gewesen ist, diese Lücke auszufüllen, oderauch, ob die Aufzeichnungen chinesischer und japanesischerSchriftsteller für genügend und dem Zwecke entsprechendangesehen worden sind, so viel ist bestimmt, dass gar nichtsoder nur höchst Unwesentliches über die geschichtliche Ver-gangenheit des coreischen Volkes auf die Nachwelt über-gegangen wäre, hätten wir es nicht seinen ihm an Gelehr-samkeit und Civilisation weit überlegenen Nachbarn zudanken, uns durch Mittheilungen über das Fehlende einiger-